Welche Aufgabe übernimmt der Tonabnehmer?
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Ein Tonabnehmer (englisch: Pickup) hat die grundlegende Aufgabe, mechanische Schwingungen in elektrische Signale umzuwandeln.
Er fungiert also als Wandler (Transducer). Diese elektrischen Signale können dann verstärkt, bearbeitet und über Lautsprecher wieder hörbar gemacht werden.
Je nachdem, wo der Tonabnehmer eingesetzt wird, unterscheidet sich die Funktionsweise leicht:
1. Bei der E-Gitarre oder dem E-Bass (Elektromagnetisch)
Dies ist die häufigste Form von Tonabnehmern.
- Wie es funktioniert: Ein Tonabnehmer besteht aus einem oder mehreren Magneten, um die eine feine Drahtspule gewickelt ist.
- Der Prozess: Wenn die Stahlsaiten des Instruments schwingen, stören sie das Magnetfeld des Tonabnehmers. Durch das Prinzip der elektromagnetischen Induktion entsteht in der Spule eine kleine Wechselspannung.
- Das Ergebnis: Diese Spannung entspricht exakt der Frequenz der schwingenden Saite. Sie wird über ein Kabel zum Verstärker geleitet.
2. Beim Plattenspieler (Phono-Tonabnehmer)
Hier ist der Tonabnehmer das System am Ende des Tonarms.
- Wie es funktioniert: Eine Nadel (meist aus Diamant) tastet die mikroskopisch kleinen Unebenheiten in der Rille der Schallplatte ab.
- Der Prozess: Die mechanischen Bewegungen der Nadel werden an ein System im Inneren weitergegeben. Dort gibt es zwei Varianten:
- MM (Moving Magnet): Ein kleiner Magnet bewegt sich zwischen feststehenden Spulen.
- MC (Moving Coil): Kleine Spulen bewegen sich in einem festen Magnetfeld.
- Das Ergebnis: Die mechanische Bewegung wird in ein (sehr schwaches) elektrisches Signal umgewandelt, das vom Vorverstärker aufbereitet werden muss.
3. Bei Akustikinstrumenten (Piezo-Tonabnehmer)
Oft bei Akustikgitarren, Violinen oder Celli zu finden.
- Wie es funktioniert: Er nutzt den piezoelektrischen Effekt. Bestimmte Kristalle oder Keramiken erzeugen eine elektrische Spannung, wenn sie verformt oder unter Druck gesetzt werden.
- Der Prozess: Der Tonabnehmer sitzt meist unter dem Steg des Instruments. Er registriert die Druckänderungen, die durch die Schwingung der Saiten und des Korpus entstehen.
- Das Ergebnis: Ein sehr direktes elektrisches Signal, das den natürlichen Klang des Holzinstruments einfängt.
Zusammenfassung der Aufgaben:
- Erfassung: Die Schwingung (der Saite, der Platte oder des Korpus) präzise aufnehmen.
- Umwandlung: Die mechanische Energie in elektrische Energie (Spannung) übersetzen.
- Klangcharakteristik: Der Tonabnehmer bestimmt maßgeblich mit, wie ein Instrument klingt (z. B. warm, hell, aggressiv oder klar).
Ohne den Tonabnehmer gäbe es keine moderne Pop- oder Rockmusik, da Instrumente ohne ihn nicht laut genug für große Bühnen gemacht werden könnten.