Welche Aufgabe hat das Bohrfutter an einer Bohrmaschine?
Bearbeiten
Löschen
Das Bohrfutter ist ein zentrales Bauteil einer Bohrmaschine und fungiert als Schnittstelle zwischen der Maschine und dem Einsatzwerkzeug (z. B. Bohrer oder Schrauber-Bit).
Es hat im Wesentlichen vier Hauptaufgaben:
- Fixierung (Spannen): Die primäre Aufgabe ist es, den Bohrer oder das Werkzeug sicher und fest zu halten, damit es während des Betriebs nicht verrutscht oder herausfällt.
- Kraftübertragung: Das Bohrfutter überträgt die Drehbewegung (Rotation) und das Drehmoment vom Motor der Maschine auf das Werkzeug. Nur durch den festen Griff des Futters kann die Kraft effektiv genutzt werden, um sich in das Material zu arbeiten.
- Zentrierung: Ein gutes Bohrfutter sorgt dafür, dass der Bohrer exakt in der Mitte (zentrisch) sitzt. Dies ist entscheidend für die Rundlaufgenauigkeit: Wäre der Bohrer nicht perfekt zentriert, würde er "eiern", was zu unpräzisen, zu großen Löchern oder zum Abbrechen des Bohrers führen könnte.
- Flexibilität (Werkzeugaufnahme): Es ermöglicht die Aufnahme von Werkzeugen mit unterschiedlichen Schaftdurchmessern. Durch das Auf- und Zudrehen der Spannbacken können sowohl sehr dünne als auch dicke Bohrer eingespannt werden.
Man unterscheidet heute hauptsächlich drei Arten von Bohrfuttern:
- Schnellspannbohrfutter: Kann von Hand (ohne Werkzeug) geöffnet und geschlossen werden. Das ist heute der Standard bei den meisten Akkuschraubern und Bohrmaschinen.
- Zahnkranzbohrfutter: Wird mit einem speziellen Bohrfutterschlüssel festgezogen. Es bietet oft eine höhere Spannkraft, was bei sehr schweren Bohrarbeiten vorteilhaft ist.
- SDS-Aufnahme (Stecksystem): Findet man vor allem bei Bohrhämmern. Hier wird der Bohrer nicht fest eingeklemmt, sondern in Schienen geführt, damit er für die Hammerfunktion vor und zurück gleiten kann.