Was war die bisher teuerste Postkarte der Welt, die jemals bei einer Auktion verkauft wurde?

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Die bisher teuerste Postkarte der Welt ist eine Karte, die der berühmte spanische Maler Pablo Picasso gestaltet und verschickt hat.

Hier sind die Details zu diesem Rekordverkauf:

  • Verkaufspreis: Rund 188.000 Euro (inklusive Aufgeld). Der reine Hammerpreis bei der Auktion betrug 166.000 Euro.
  • Datum des Verkaufs: Juni 2015.
  • Auktionshaus: Auktionshaus Gärtner in Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg, Deutschland).
  • Empfänger: Picasso schickte die Karte am 5. September 1918 an seinen Freund, den französischen Dichter Guillaume Apollinaire.

Warum war sie so teuer?

Der extrem hohe Preis erklärt sich durch die Kombination aus Kunstgeschichte und philatelistischem Wert:

  1. Originalkunstwerk: Picasso hatte die Rückseite der Karte nicht einfach nur beschrieben, sondern eine kubistische Zeichnung darauf angefertigt. Damit ist die Karte gleichzeitig ein Originalwerk des Künstlers.
  2. Provenienz: Die Verbindung zwischen zwei der bedeutendsten Figuren der modernen Kunst (Picasso und Apollinaire) macht das Stück historisch wertvoll.
  3. Postalischer Status: Da die Karte tatsächlich frankiert, abgestempelt und verschickt wurde, gilt sie in Sammlerkreisen offiziell als Postkarte und nicht „nur“ als Zeichnung auf Karton.

Interessantes Detail: Die Karte kam damals nie bei Apollinaire an. Sie wurde mit dem Vermerk „Renvoyé à l'expéditeur“ (Zurück an den Absender) versehen, weil Picasso den Namen seines Freundes fälschlicherweise „Don Apollinaire“ geschrieben hatte und der Dichter zu dieser Zeit zudem schwer an der Spanischen Grippe erkrankt war (er starb nur wenige Monate später).

Vor diesem Verkauf galt eine Postkarte, die im Jahr 1840 in Großbritannien verschickt wurde (die sogenannte „Penny Black“-Postkarte an einen gewissen Theodore Hook), mit einem Preis von etwa 31.750 Pfund (ca. 45.000 Euro) lange Zeit als die teuerste der Welt. Picasso hat diesen Rekord jedoch massiv überboten.