Was versteht man unter Upscaling-Technologien wie NVIDIA DLSS oder AMD FSR und wie steigern sie die Bildwiederholrate?

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Upscaling-Technologien wie NVIDIA DLSS, AMD FSR oder auch Intel XeSS sind moderne Verfahren in der Grafikprogrammierung, die ein Ziel haben: Die Gaming-Performance (Bilder pro Sekunde / FPS) massiv zu steigern, ohne dass die Bildqualität sichtlich darunter leidet.

Hier ist eine einfache Erklärung, wie das funktioniert und warum es die Bildwiederholrate verbessert.


1. Das Grundprinzip: "Weniger Arbeit, gleiches Ergebnis"

Normalerweise muss die Grafikkarte (GPU) für jedes einzelne Bild (Frame) jeden Pixel berechnen.

  • Bei einer 4K-Auflösung sind das ca. 8,3 Millionen Pixel pro Bild.
  • Das kostet enorm viel Rechenkraft.

Upscaling-Technologien ändern den Prozess:

  1. Die Grafikkarte berechnet das Spiel intern in einer niedrigeren Auflösung (z. B. nur Full HD mit 2 Millionen Pixeln).
  2. Da Full HD viel weniger Pixel hat als 4K, kann die Grafikkarte diese Bilder viel schneller produzieren. Die FPS steigen.
  3. Im zweiten Schritt kommt der Upscaler zum Einsatz: Ein intelligenter Algorithmus (oder eine KI) nimmt das kleine Bild und "bläst" es auf die Zielauflösung (z. B. 4K) auf.
  4. Dabei werden fehlende Bildinformationen geschätzt oder aus vorherigen Bildern berechnet, damit das Ergebnis fast so scharf aussieht wie echtes ("natives") 4K.

2. Wie steigern sie die Bildwiederholrate (FPS)?

Die Steigerung der FPS kommt schlichtweg daher, dass die Hauptlast der Grafikkarte reduziert wird.

Stellen Sie sich vor, Sie müssten eine Wand streichen:

  • Natives Rendering: Sie malen jedes Detail mit einem winzigen Pinsel direkt auf die riesige Wand. Das dauert lange.
  • Upscaling: Sie malen das Bild auf ein kleines Blatt Papier (geht sehr schnell) und ein Projektor wirft es scharf und vergrößert an die Wand.

Da das "Hochrechnen" (Upscaling) heutzutage dank spezialisierter Hardware oder effizienter Algorithmen viel schneller geht als das echte Berechnen der Pixel, bleibt der Grafikkarte mehr Zeit, um mehr Bilder pro Sekunde auszugeben.


3. Die großen Drei: DLSS, FSR und XeSS

Obwohl das Ziel gleich ist, unterscheiden sich die Techniken in ihrer Funktionsweise:

NVIDIA DLSS (Deep Learning Super Sampling)

  • Funktionsweise: Nutzt Künstliche Intelligenz (KI). NVIDIA füttert ein neuronales Netz mit extrem hochauflösenden Bildern von Spielen. Die KI lernt, wie ein perfektes Bild aussieht.
  • Hardware: Benötigt spezielle Rechenkerne (Tensor Cores), die nur auf NVIDIA RTX-Grafikkarten verbaut sind.
  • DLSS 3 (Frame Generation): Hier berechnet die KI sogar komplette Zwischenbilder, was die FPS oft verdoppelt.

AMD FSR (FidelityFX Super Resolution)

  • Funktionsweise: Nutzt primär temporale Algorithmen (Vergleich von aufeinanderfolgenden Bildern), um Details zu rekonstruieren. Es verzichtet auf dedizierte KI-Hardware.
  • Hardware: Läuft auf fast allen Grafikkarten (auch auf alten NVIDIA- oder Intel-Karten sowie Konsolen wie PS5/Xbox).
  • FSR 3: Bietet wie NVIDIA nun auch "Fluid Motion Frames" (Zwischenbildberechnung) an.

Intel XeSS (Xe Super Sampling)

  • Funktionsweise: Ähnlich wie DLSS nutzt es KI-Modelle.
  • Hardware: Optimiert für Intel Arc-Grafikkarten, funktioniert aber (in einer etwas einfacheren Version) auch auf Karten anderer Hersteller.

4. Gibt es Nachteile?

Nichts ist umsonst. Da das Bild "hochgerechnet" und nicht "echt" ist, kann es zu kleinen Bildfehlern kommen:

  • Ghosting: Schlieren hinter schnell bewegten Objekten.
  • Flimmern: Kanten oder feine Gitterstrukturen können leicht flimmern.
  • Unschärfe: In sehr schnellen Bewegungen kann das Bild etwas weicher wirken als in nativer Auflösung.

Aber: Die Technik ist mittlerweile so gut geworden (besonders DLSS 3.5 und FSR 3.1), dass man den Unterschied im laufenden Spiel oft gar nicht mehr sieht – die deutlich flüssigeren Bewegungen durch die höheren FPS aber sofort bemerkt.

Fazit

Upscaling-Technologien sind heute der wichtigste Trick, um moderne grafische Highlights wie Raytracing überhaupt spielbar zu machen. Sie erlauben es, dass selbst Mittelklasse-Hardware Spiele in Auflösungen und Frameraten darstellt, die früher nur absoluten High-End-PCs vorbehalten waren.