Was versteht man unter dem Begriff „versteckter Zucker“ in Lebensmitteln?

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Unter dem Begriff „versteckter Zucker“ versteht man Zuckerzusätze in verarbeiteten Lebensmitteln, die für den Verbraucher nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Während man bei Süßigkeiten, Kuchen oder Limonaden genau weiß, dass sie viel Zucker enthalten, ist dies bei vielen herzhaften oder vermeintlich „gesunden“ Produkten nicht offensichtlich.

Hier sind die wichtigsten Aspekte, um das Konzept zu verstehen:

1. Wo versteckt sich der Zucker?

Zucker wird oft Produkten zugesetzt, bei denen man es nicht vermutet. Klassische Beispiele sind:

  • Fertiggerichte: Pizza, Tütensuppen oder Konserven.
  • Saucen & Dips: Ketchup (besteht oft zu einem Viertel aus Zucker), Grill-Saucen oder fertige Salatdressings.
  • Milchprodukte: Fruchtjoghurt oder Milchschnitten (enthalten oft mehr Zucker als eine vergleichbare Menge Cola).
  • Frühstücksprodukte: Müsli-Mischungen, Cornflakes und sogar Vollkornbrot oder Toast.
  • Getränke: Sogenannte „Wellness-Drinks“, Vitaminwasser oder vermeintlich gesunde Fruchtsäfte und Smoothies.

2. Warum wird Zucker „versteckt“?

Lebensmittelhersteller nutzen Zucker aus verschiedenen Gründen, die über die reine Süße hinausgehen:

  • Geschmacksverstärker: Zucker ist ein billiger Geschmacksträger und macht Lebensmittel schmackhafter.
  • Konsistenz: Er verleiht Produkten Volumen, Bindung und eine angenehme Textur (z. B. in Saucen).
  • Haltbarkeit: In hohen Konzentrationen wirkt Zucker konservierend.
  • Optik: Er sorgt beim Backen oder Braten für die schöne braune Farbe (Karamellisierung).

3. Das Problem mit den Namen (Die Tarnung)

Auf der Zutatenliste steht oft nicht einfach nur „Zucker“. Es gibt über 70 verschiedene Bezeichnungen für süßende Substanzen. Ein Trick der Industrie ist es, verschiedene Zuckerarten zu verwenden. Da Zutaten nach ihrer Gewichtsmenge sortiert werden müssen, rücken die einzelnen Zuckerarten weiter nach hinten in der Liste, obwohl die Gesamtmenge an Zucker sehr hoch ist.

Achten Sie auf Begriffe, die auf „-ose“ enden oder das Wort „Sirup“, „Dicksaft“ oder „Extrakt“ enthalten:

  • Saccharose (Haushaltszucker)
  • Glucose / Glucosesirup (Traubenzucker)
  • Fructose / Fructosesirup (Fruchtzucker)
  • Dextrose
  • Maltodextrin
  • Gerstenmalzextrakt
  • Invertzuckersirup
  • Molkenpulver / Magermilchpulver (enthalten Milchzucker/Laktose)

4. Wie entlarvt man versteckten Zucker?

Um nicht in die Zuckerfalle zu tappen, helfen zwei Blicke auf die Verpackung:

  1. Die Zutatenliste: Je weiter vorne eine Zuckerart steht, desto mehr ist davon enthalten. Achten Sie auf die oben genannten Decknamen.
  2. Die Nährwerttabelle: Dies ist der sicherste Weg. Schauen Sie unter Kohlenhydrate auf den Punkt „davon Zucker“. Dieser Wert fasst alle Zuckerarten zusammen (sowohl zugesetzte als auch natürlich enthaltene wie Frucht- oder Milchzucker).

Warum ist das relevant?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, nicht mehr als 25 bis 50 Gramm freien Zucker pro Tag zu essen (ca. 6 bis 12 Teelöffel). Da versteckter Zucker in so vielen Alltagsprodukten steckt, überschreiten viele Menschen diese Grenze unbewusst massiv, was das Risiko für Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Karies erhöht.

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