Unter welchen Decknamen versteckt sich Zucker besonders häufig in den Zutatenlisten von verarbeiteten Lebensmitteln?

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In der Lebensmittelindustrie wird Zucker oft unter verschiedenen Namen „versteckt“, damit das Produkt auf den ersten Blick gesünder wirkt oder damit das Wort „Zucker“ in der Zutatenliste weiter nach hinten rückt.

Hier sind die häufigsten Decknamen, unterteilt in Kategorien, auf die du achten solltest:

1. Die „-ose“-Endungen

Fast alle Begriffe, die auf „-ose“ enden, sind chemisch gesehen Zuckerarten:

  • Saccharose (der klassische Haushaltszucker)
  • Glucose (Traubenzucker)
  • Fructose (Fruchtzucker)
  • Dextrose (Traubenzucker)
  • Lactose (Milchzucker)
  • Maltose (Malzzucker)
  • Galactose (Schleimzucker)
  • Ribose

2. Sirupe und Dicksäfte

Diese klingen oft natürlich, bestehen aber fast ausschließlich aus Zucker und haben eine ähnliche Wirkung auf den Insulinspiegel:

  • Glucosesirup / Fructosesirup
  • Glucose-Fructose-Sirup (oft Maissirup oder HFCS genannt)
  • Agavendicksaft
  • Ahornsirup
  • Reissirup
  • Dattelsirup
  • Karamellsirup
  • Invertzuckersirup

3. Malz- und Stärkeprodukte

Diese Stoffe werden oft in herzhaften Produkten (wie Wurst oder Chips) verwendet, um den Geschmack abzurunden oder die Konsistenz zu verbessern:

  • Maltodextrin
  • Dextrin / Weizendextrin
  • Gerstenmalzextrakt
  • Malzextrakt
  • Gerstenmalz

4. Fruchtbasierte Begriffe

Diese klingen besonders gesund, sind aber konzentrierter Zucker ohne die Ballaststoffe der ganzen Frucht:

  • Fruchtsaftkonzentrat
  • Fruchtpüree
  • Fruchtsüße
  • Apfelsüße / Traubensüße
  • Konzentrierte Fruchtsäfte

5. Milchprodukte (versteckter Milchzucker)

Manche Pulver werden Lebensmitteln zugesetzt und enthalten von Natur aus Zucker:

  • Süßmolkenpulver
  • Magermilchpulver
  • Vollmilchpulver
  • Laktose

Der „Trick“ der Industrie

Die Zutatenliste ist nach Gewichtsanteilen sortiert. Die Zutat, die am meisten enthalten ist, steht ganz vorne. Die Strategie: Die Hersteller verwenden statt einer großen Menge Haushaltszucker lieber vier oder fünf verschiedene Zuckerarten (z. B. Maltodextrin, Glucosesirup und Fruchtsaftkonzentrat). Dadurch erscheint jede einzelne Zutat weiter hinten in der Liste, obwohl das Produkt insgesamt eine riesige Menge Zucker enthält.

Profi-Tipp: Die Nährwerttabelle nutzen

Lass dich nicht nur von der Zutatenliste täuschen. Schau immer auf die Nährwerttabelle. Unter dem Punkt „Kohlenhydrate“ findest du den Unterpunkt „davon Zucker“.

Diese Zahl fasst alle oben genannten Decknamen (und den natürlichen Zuckergehalt) zusammen. So siehst du auf einen Blick, wie viel Gramm Zucker pro 100g wirklich enthalten sind – egal, wie blumig die Namen in der Zutatenliste klingen.