Was sind die Hauptursachen für brüchige Fingernägel im Alltag?
Brüchige Fingernägel (medizinisch Onychoschizia oder Onychorrhexis genannt) sind ein weit verbreitetes Problem. Die Ursachen im Alltag sind vielfältig und lassen sich meist in drei Kategorien unterteilen: äußere Einflüsse, Ernährung und gesundheitliche Faktoren.
Hier sind die Hauptursachen im Detail:
1. Äußere Einflüsse (Chemisch & Mechanisch)
Dies ist die häufigste Ursache im Alltag. Unsere Hände sind ständig Belastungen ausgesetzt:
- Häufiger Wasserkontakt: Wenn Nägel ständig nass werden und wieder trocknen, quellen sie auf und ziehen sich zusammen. Das lockert den Zusammenhalt der Hornschichten.
- Reinigungsmittel: Scharfe Putzmittel, Seifen und Spülmittel entziehen dem Nagel Fett und Feuchtigkeit.
- Nagellackentferner: Produkte, die Aceton enthalten, trocknen die Nagelplatte extrem aus.
- Falsche Nagelpflege: Das Schneiden oder Knipsen der Nägel kann Mikrorisse verursachen. Feilen ist meist schonender. Auch zu häufiges Tragen von Gelnägeln oder Shellac kann die Naturnägel schwächen.
- Trockene Heizungsluft: Besonders im Winter verlieren die Nägel durch die geringe Luftfeuchtigkeit an Elastizität.
2. Ernährung und Nährstoffmangel
Nägel bestehen hauptsächlich aus Keratin (einem Protein). Für deren Aufbau benötigt der Körper bestimmte Baustoffe:
- Eisenmangel: Dies ist eine der häufigsten Ursachen, besonders bei Frauen. Ein Mangel führt oft zu dünnen, brüchigen oder nach innen gewölbten Nägeln.
- Biotin (Vitamin B7): Ein Mangel an Biotin beeinträchtigt die Keratinbildung.
- Zink und Calcium: Diese Mineralstoffe sind essenziell für das Nagelwachstum und die Festigkeit.
- Flüssigkeitsmangel: Wer zu wenig Wasser trinkt, riskiert, dass auch die Nägel (genau wie die Haut) austrocknen.
- Proteinmangel: Da Nägel aus Eiweiß bestehen, kann eine sehr proteinarme Ernährung sie brüchig machen.
3. Hormonelle und gesundheitliche Faktoren
Manchmal liegen die Ursachen tiefer im Körper:
- Schilddrüsenerkrankungen: Sowohl eine Unterfunktion als auch eine Überfunktion der Schilddrüse können die Nagelstruktur verändern.
- Hormonumstellungen: Wechseljahre oder eine Schwangerschaft können das Nagelbild beeinflussen.
- Hauterkrankungen: Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis oder Nagelpilz können die Nägel brüchig machen.
- Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers ab, Feuchtigkeit zu speichern, und das Nagelwachstum verlangsamt sich, was die Nägel natürlicherweise spröder macht.
Was kann man im Alltag dagegen tun?
- Handschuhe tragen: Beim Spülen oder Putzen immer Gummihandschuhe tragen.
- Richtig feilen: Eine Glasnagelfeile oder Sandblattfeile verwenden und immer nur in eine Richtung feilen (von außen zur Mitte).
- Pflege: Nagelöl oder fetthaltige Handcremes regelmäßig in die Nagelplatte und das Nagelbett einmassieren.
- Pause für die Nägel: Den Nägeln zwischendurch Pausen von Nagellack und künstlichen Nägeln gönnen.
- Ausgewogene Ernährung: Auf eine ausreichende Zufuhr von Eisen (z.B. in Haferflocken, Linsen, Fleisch), Zink und Biotin achten.
Hinweis: Wenn die Nägel über Monate trotz guter Pflege brüchig bleiben oder sich stark verfärben/verformen, empfiehlt sich ein Besuch beim Hausarzt oder Dermatologen, um einen Nährstoffmangel oder eine Schilddrüsenerkrankung abzuklären.