Warum lösen sich künstliche Fingernägel manchmal vorzeitig vom Naturnagel ab?
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Das vorzeitige Ablösen von künstlichen Fingernägeln (Gel, Acryl oder Press-ons) wird in der Fachsprache oft als „Lifting“ bezeichnet. Es gibt dafür eine Vielzahl von Gründen, die sich grob in vier Kategorien unterteilen lassen: Vorbereitung, Anwendung, Biologie und Alltag.
Hier sind die häufigsten Ursachen im Detail:
1. Mangelhafte Vorbereitung des Naturnagels (Häufigste Ursache)
Damit Kunststoffe auf dem Nagel haften, muss die Oberfläche absolut fettfrei und trocken sein.
- Nagelhaut: Wenn unsichtbare Reste der Nagelhaut auf der Nagelplatte verbleiben, haftet das Gel dort nicht. Es entstehen Lücken, durch die Luft eindringt.
- Fettfilm: Wurde der Nagel nicht gründlich mit einem Dehydrator oder Cleaner entfettet, dient das natürliche Öl des Nagels als Trennschicht.
- Feuchtigkeit: Wenn die Hände kurz vor der Modellage gewaschen wurden oder ein Handbad gemacht wurde, ist der Nagel mit Wasser vollgesogen. Wenn er später trocknet, zieht er sich zusammen und das starre Material löst sich.
- Anrauen vergessen: Der Glanz des Naturnagels muss vorsichtig mit einem Buffer entfernt werden, um die Oberfläche zu vergrößern und dem Material „Haftpunkte“ zu bieten.
2. Fehler bei der Modellage (Technik)
- Kontakt zur Haut: Wenn Gel oder Acryl während des Auftragens die Nagelhaut berührt, entsteht beim Herauswachsen eine Kante. Da die Haut beweglich ist, der Nagel aber starr, zieht sich das Material dort als Erstes hoch.
- Falsche Statik (Apex): Wenn der höchste Punkt des Nagels (der Stresspunkt) falsch platziert ist, ist die Hebelwirkung bei Belastung zu groß, und der Nagel löst sich am hinteren Ende ab.
- Zu dickes Auftragen: Zu viel Material an den Rändern begünstigt Liftings.
- Nicht ummantelte Nagelkante: Wenn die vordere Spitze des Nagels nicht mit dem Material „versiegelt“ wurde, dringt dort Feuchtigkeit ein und löst die Schichten voneinander.
3. Biologische und gesundheitliche Faktoren
Manchmal liegt es nicht am Handwerk, sondern am Körper selbst:
- Fettige Nagelplatte: Manche Menschen haben von Natur aus eine sehr ölige Nagelplatte (oft zusammen mit fettiger Haut oder Haaren). Hier sind spezielle Haftvermittler (Primer) nötig.
- Hormonumstellungen: Schwangerschaft, Stillzeit, Menopause oder die Pubertät können die Beschaffenheit des Nagels verändern.
- Medikamente: Die Einnahme von Antibiotika, Antidepressiva oder Hormonpräparaten (z. B. die Pille oder Schilddrüsenmedikamente) kann die Haftung negativ beeinflussen.
- Stress: Starker psychischer Stress wirkt sich oft auf das Wachstum und die Oberflächenstruktur der Nägel aus.
4. Äußere Einflüsse und Alltag
- Chemikalien: Putzmittel, scharfe Seifen oder Desinfektionsmittel können das Material spröde machen oder die Verbindung zum Naturnagel lösen. (Tipp: Handschuhe tragen!)
- Mechanische Belastung: Wer seine Nägel als Werkzeug benutzt (Dosen öffnen, Tippen mit den Nagelspitzen, Kratzen), provoziert Mikrorisse.
- Wasser: Wer beruflich oder privat viel Kontakt mit Wasser hat (z. B. Friseure, langes Baden), riskiert, dass der Naturnagel unter dem Kunstnagel zu weich wird und sich wegbiegt.
Was kann man tun, um Liftings zu vermeiden?
- Nagelöl nutzen: Klingt paradox, aber regelmäßiges Ölen hält das Material und den Naturnagel flexibel, sodass sie sich bei Stößen gemeinsam biegen, statt voneinander abzuspringen.
- Keine Handcreme vor dem Termin: Am Tag der Modellage sollte auf fetthaltige Cremes verzichtet werden.
- Handschuhe tragen: Beim Putzen oder Abwaschen immer Handschuhe tragen.
- Länge anpassen: Wenn die Nägel zu schnell abbrechen oder sich lösen, sind sie eventuell zu lang für den individuellen Lebensstil.
Wichtig: Ein leichtes Lifting sollte niemals ignoriert werden. Es kann sich Feuchtigkeit darunter sammeln, was im schlimmsten Fall zu Nagelpilz oder einer Bakterieninfektion (Greenie) führen kann. In diesem Fall sollte der Nagel professionell repariert werden.