Was sind die Hauptbestandteile einer natürlichen Stückseife?

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Eine natürliche Stückseife (oft im Kaltsiedeverfahren hergestellt) besteht aus wenigen, aber entscheidenden Grundkomponenten. Der chemische Prozess dahinter nennt sich Verseifung (Saponifikation).

Hier sind die Hauptbestandteile:

1. Fette und Öle (Die Basis)

Dies ist der wichtigste Bestandteil, der die Eigenschaften der Seife (Schaum, Härte, Pflege) bestimmt. In Naturseifen werden pflanzliche Fette verwendet:

  • Olivenöl: Macht die Seife mild und pflegend.
  • Kokosöl oder Babassuöl: Sorgt für gute Reinigungskraft und üppigen Schaum.
  • Sheabutter oder Kakaobutter: Spenden Feuchtigkeit und machen das Stück fest.
  • Raps- oder Sonnenblumenöl: Werden oft als regionale Basisöle beigemischt.
  • Rizinusöl: Dient in kleinen Mengen als „Schaumbooster“.

2. Natriumhydroxid (Ätznatron)

  • Um aus Öl feste Seife zu machen, benötigt man eine starke Base. Für feste Stückseife ist das Natriumhydroxid (NaOH).
  • Wichtig: Im fertigen, gereiften Seifenstück ist kein Natriumhydroxid mehr enthalten. Es reagiert während der Verseifung vollständig mit den Fettsäuren zu Seife und Glycerin.

3. Wasser (oder andere Flüssigkeiten)

Das Natriumhydroxid muss in einer Flüssigkeit gelöst werden, um die Lauge anzurühren.

  • Meist wird destilliertes Wasser verwendet.
  • Alternativ nutzen Naturseifensieder oft Kräutertees, Pflanzensäfte, Ziegenmilch oder sogar Bier, um zusätzliche pflegende Eigenschaften zu erzielen.

4. Natürliches Glycerin

  • Anders als bei industriell hergestellten Seifen bleibt das bei der Verseifung entstehende Glycerin in der Naturseife enthalten. Es wirkt als natürlicher Feuchtigkeitsspender für die Haut.

5. Ätherische Öle (für den Duft)

In der Naturkosmetik werden keine synthetischen Parfümöle verwendet, sondern reine ätherische Öle (z. B. Lavendel, Zitrone, Rosmarin oder Eukalyptus). Diese verleihen nicht nur Duft, sondern haben oft auch eine therapeutische Wirkung auf die Haut.

6. Natürliche Farbstoffe und Zusätze

Um die Seife optisch ansprechend zu gestalten oder den Peeling-Effekt zu erhöhen, werden natürliche Stoffe beigemischt:

  • Tonerden (Heilerde): Geben Farbe (rot, grün, rosa) und reinigen die Poren.
  • Pflanzenpulver: Z. B. Kurkuma (gelb), Algen (grün) oder Aktivkohle (schwarz).
  • Botanicals: Getrocknete Blüten (Ringelblumen, Lavendel) oder Kräuter.
  • Mohn oder Kaffee: Für einen Peeling-Effekt.

Ein besonderes Merkmal: Die Überfettung

Qualitativ hochwertige Naturseifen sind fast immer „überfettet“. Das bedeutet, dass bei der Herstellung mehr Öl verwendet wurde, als das Natriumhydroxid binden konnte. Dieses freie Öl bleibt in der Seife erhalten und pflegt die Haut schon während des Waschens (Rückfettung).

Zusammenfassend: Eine echte Naturseife erkennt man auf der Inhaltsstoffliste (INCI) meist an Begriffen wie Sodium Olivate (verseiftes Olivenöl), Sodium Cocoate (verseiftes Kokosöl) und dem Fehlen von synthetischen Tensiden (wie SLS), Silikonen oder Parabenen.