Was sind die häufigsten Fehlerquellen bei der Nutzung eines Blutdruckmessgeräts?
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Die Messung des Blutdrucks zu Hause ist ein wichtiges Instrument zur Gesundheitsvorsorge. Allerdings führen kleine Anwendungsfehler oft zu verfälschten (meist zu hohen) Werten.
Hier sind die häufigsten Fehlerquellen, unterteilt in verschiedene Kategorien:
1. Mangelnde Vorbereitung
- Fehlende Ruhepause: Dies ist der häufigste Fehler. Man sollte vor der Messung mindestens 5 Minuten ruhig sitzen. Stress, Eile oder gerade erledigte Hausarbeit treiben den Wert in die Höhe.
- Volle Blase: Eine gefüllte Blase kann den systolischen Wert um 10–15 mmHg erhöhen.
- Genussmittel: Rauchen, Koffein (Kaffee, schwarzer Tee) oder Alkohol sollten mindestens 30 bis 60 Minuten vor der Messung vermieden werden.
2. Falsche Körperhaltung
- Beine überschlagen: Wer die Beine kreuzt, drückt die Venen ab, was den Blutdruck künstlich um 2–8 mmHg erhöhen kann. Die Füße sollten flach auf dem Boden stehen.
- Rücken nicht angelehnt: Sitzt man ohne Rückenstütze (z. B. auf der Bettkante), führt die Muskelanspannung zu höheren Werten.
- Armposition: Der Arm (bzw. die Manschette) muss sich auf Herzhöhe befinden.
- Ist der Arm zu tief (hängend): Wert wird zu hoch angezeigt.
- Ist der Arm zu hoch: Wert wird zu niedrig angezeigt.
- Besonders wichtig bei Handgelenksgeräten: Das Handgelenk muss aktiv auf Herzhöhe gehalten werden (meist durch Auflegen auf den Brustkorb).
3. Fehler bei der Manschette
- Falsche Manschettengröße: Eine zu kleine/schmale Manschette bei einem kräftigen Oberarm führt zu viel zu hohen Werten. Eine zu große Manschette führt zu zu niedrigen Werten.
- Manschette über der Kleidung: Die Manschette sollte auf der nackten Haut liegen. Dicke Ärmel, die hochgekrempelt werden und den Arm einschnüren, verfälschen das Ergebnis massiv (Stauungseffekt).
- Sitz der Manschette: Sie sollte etwa 2-3 cm oberhalb der Ellenbeuge sitzen und so fest sein, dass noch zwei Finger darunter passen.
4. Verhalten während der Messung
- Sprechen oder Bewegen: Reden, Lachen oder Husten während des Messvorgangs erhöht den Blutdruck sofort. Auch das Zappeln mit den Fingern sollte vermieden werden.
- Anspannung: Mentale Anspannung oder das Starren auf das Display (Angst vor dem hohen Wert) kann den Wert steigern ("Medical Office Hypertension" oder "Weißkittel-Effekt" zu Hause).
5. Technische und strategische Fehler
- Einmalige Messung: Ein einzelner Wert ist nur eine Momentaufnahme. Aussagekräftig ist meist erst der Mittelwert aus zwei aufeinanderfolgenden Messungen (im Abstand von 1-2 Minuten).
- Falscher Arm: Man sollte zu Beginn an beiden Armen messen und künftig immer an dem Arm, der die höheren Werte liefert.
- Gerätedefekte: Alte Batterien oder ein ungeeichtes Gerät können Fehlmessungen verursachen.
Die "Goldene Regel" für die Heimmessung:
- 5 Minuten ruhig sitzen.
- Rücken anlehnen, Beine nicht überschlagen.
- Manschette auf Herzhöhe (nackte Haut).
- Während der Messung schweigen und nicht bewegen.
- Zweimal messen (1 Minute Pause dazwischen) und den zweiten Wert notieren.