Welche Rolle spielt der korrekte Abstand bei der Nutzung von kontaktlosen Infrarot-Thermometern?

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Der korrekte Abstand spielt bei der Nutzung von kontaktlosen Infrarot-Thermometern eine entscheidende Rolle für die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Messergebnisse. Man kann es sich wie das Scharfstellen einer Kamera vorstellen: Stimmt der Fokus (der Abstand) nicht, wird das Ergebnis unpräzise.

Hier sind die wichtigsten Gründe, warum der Abstand so wichtig ist:

1. Das Messfleck-Verhältnis (Distance-to-Spot Ratio)

Jedes Infrarot-Thermometer hat eine Optik, die Infrarotstrahlung in einem kegelförmigen Bereich einfängt. Je weiter man vom Objekt entfernt ist, desto größer wird die Fläche, die das Gerät misst (der sogenannte Messfleck).

  • Der Fehler: Wenn man zu weit entfernt ist, ist der Messfleck größer als das eigentliche Zielobjekt (z. B. die Stirn).
  • Die Folge: Das Gerät misst nicht nur die Körpertemperatur, sondern bildet einen Durchschnittswert aus der Stirn und der Umgebung (z. B. der kühleren Zimmerwand oder der warmen Heizung im Hintergrund). Das Ergebnis ist verfälscht.

2. Fokus auf die richtige Stelle (bei medizinischen Geräten)

Medizinische Infrarot-Thermometer sind oft darauf kalibriert, die Wärme der Schläfenarterie oder eines spezifischen Bereichs der Stirn zu erfassen.

  • Die Hersteller geben meist einen Bereich von 1 bis 5 cm vor.
  • In diesem engen Bereich ist die Strahlungsintensität am stabilsten und die Linse des Geräts darauf ausgelegt, die abgegebene Energie optimal zu bündeln.

3. Einfluss der Umgebungsluft

Infrarotstrahlung muss den Raum zwischen dem Objekt (Haut) und dem Sensor überbrücken.

  • Bei einem zu großen Abstand können Luftströmungen, Luftfeuchtigkeit oder Staub das Messergebnis beeinflussen.
  • Die Wärmeenergie der Haut „zerstreut“ sich auf dem Weg zum Sensor stärker, was oft zu fälschlicherweise zu niedrigen Temperaturanzeigen führt.

4. Parallaxenfehler

Bei Geräten mit Laser-Zielhilfe zeigt der Laserpunkt genau auf das Ziel. Wenn der Abstand jedoch nicht stimmt, kann es bei manchen Optiken zu einer Verschiebung zwischen dem Punkt, den der Laser markiert, und dem Bereich, den der Infrarot-Sensor tatsächlich „sieht“, kommen.


Was passiert, wenn der Abstand falsch gewählt wird?

  • Zu großer Abstand: Das Messergebnis ist meist zu niedrig (da kühlere Umgebungsluft oder Hintergrundflächen mitgemessen werden). Bei einer Fieberkontrolle könnte eine kranke Person fälschlicherweise als gesund eingestuft werden.
  • Zu geringer Abstand: Bei Kontakt oder extremer Nähe kann es zu Wärmestau zwischen Gerät und Haut kommen oder die Linse kann beschlagen. Zudem ist die Optik bei manchen Geräten nicht für den Nahbereich unter 1 cm kalibriert.

Zusammenfassung: Tipps für die Praxis

  1. Herstellerangaben prüfen: Schauen Sie im Handbuch nach (meist sind es 2–5 cm bei Stirnthermometern).
  2. Konstanz: Halten Sie bei Vergleichsmessungen immer den gleichen Abstand ein.
  3. Sensor sauber halten: Staub oder Fingerabdrücke auf der Linse haben einen ähnlichen Effekt wie ein falscher Abstand – sie blockieren die Strahlung und führen zu Fehlmessungen.
  4. Rechtwinklig messen: Das Thermometer sollte immer in einem 90-Grad-Winkel zur Messfläche gehalten werden, um den Messfleck so klein und präzise wie möglich zu halten.