Was passiert, wenn die Schraube einer Lüsterklemme zu fest angezogen wird und den Kupferdraht beschädigt?

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Wenn die Schraube einer Lüsterklemme zu fest angezogen wird und den Kupferleiter beschädigt (einkerbt oder teilweise durchquetscht), entstehen mehrere ernsthafte Probleme. Man spricht hier oft von einer „Querschnittsverjüngung“.

Hier sind die physikalischen und sicherheitstechnischen Folgen im Detail:

1. Erhöhter Übergangswiderstand

Durch die Beschädigung wird der wirksame Querschnitt des Drahtes an dieser Stelle reduziert. Da der Strom nun durch eine engere „Engstelle“ fließen muss, steigt der elektrische Widerstand genau an diesem Punkt an.

2. Hitzeentwicklung (Hotspot)

Nach dem Ohmschen Gesetz ($P = I^2 \cdot R$) erzeugt ein höherer Widerstand bei fließendem Strom Wärme. Die Klemmstelle wird heiß.

  • Thermische Zerstörung: Die Isolierung des Kabels und das Kunststoffgehäuse der Lüsterklemme können schmelzen oder verkohlen.
  • Oxidation: Durch die Hitze oxidiert das Kupfer schneller. Kupferoxid leitet den Strom schlechter als reines Kupfer, was den Widerstand weiter erhöht – ein Teufelskreis beginnt.

3. Brandgefahr

Dies ist die gefährlichste Folge. Wenn die Klemme dauerhaft überhitzt, kann es zu einem Schwelbrand kommen. Viele Hausbrände entstehen nicht durch einen Kurzschluss, sondern durch solche fehlerhaften Klemmstellen (sogenannte „Fehlerlichtbögen“ oder Überhitzung durch Kontaktwiderstände).

4. Mechanische Instabilität (Bruchgefahr)

Kupfer ist zwar dehnbar, aber durch das feste Quetschen wird das Material spröde (Kaltverfestigung) oder tief eingekerbt.

  • Schon bei geringen Vibrationen oder wenn man die Lampe/das Gerät später bewegt, kann der Draht an der Kerbstelle einfach abbrechen.
  • Ein abgebrochener Draht kann dann lose in der Dose liegen und einen Kurzschluss oder einen Stromschlag am Gehäuse verursachen.

5. Besonderheit bei Litzen (viele dünne Drähte)

Wenn du eine flexible Leitung (Litze) ohne Aderendhülse in eine Lüsterklemme schraubst:

  • Die Schraube dreht sich in die feinen Drähtchen hinein und zerschneidet sie teilweise.
  • Nur noch ein Bruchteil der Drähte hat Kontakt. Die Brandgefahr ist hier extrem hoch, weshalb Aderendhülsen bei Schraubklemmen zwingend vorgeschrieben sind.

Was sollte man tun?

  1. Sichtprüfung: Wenn du siehst, dass der Draht stark gequetscht oder eingekerbt ist: Abschneiden, neu abisolieren und neu anschließen.
  2. Aderendhülsen verwenden: Bei flexiblen Kabeln (Litzen) sind sie Pflicht, um den Draht vor der Schraube zu schützen.
  3. Das richtige Maß: Die Schraube sollte „handfest“ angezogen werden. Sie muss den Draht sicher halten, darf ihn aber nicht zerquetschen.
  4. Alternative nutzen: Heutzutage ersetzt man Lüsterklemmen fast immer durch Federzugklemmen (z. B. WAGO-Klemmen). Diese üben immer den perfekten Druck aus, können den Draht nicht beschädigen und sind wartungsfrei.

Fazit: Eine zu fest angezogene Schraube ist genauso gefährlich wie eine zu lockere Schraube. Beides führt zu Hitzeentwicklung und potenzieller Brandgefahr.