Welche Folgen hat eine zu dünne Schraube im Verhältnis zum Dübel-Innendurchmesser?

Melden

Wenn eine Schraube im Verhältnis zum Innendurchmesser des Dübels zu dünn ist, kann der Dübel seine primäre Funktion nicht erfüllen: die Spreizung.

Hier sind die konkreten Folgen im Detail:

1. Mangelnde Spreizwirkung (Das Hauptproblem)

Ein Dübel funktioniert mechanisch dadurch, dass die Schraube das Material des Dübels nach außen drückt und gegen die Wand des Bohrlochs presst (Reibschluss). Ist die Schraube zu dünn, wird der Dübel nicht weit genug aufgespreizt. Er liegt locker im Loch und baut keinen Druck zur Bohrlochwand auf.

2. Verringerte Tragfähigkeit

Die Haltekraft eines Dübels hängt direkt vom Anpressdruck ab. Eine zu dünne Schraube führt dazu, dass die Verbindung nur einen Bruchteil der eigentlich vorgesehenen Last tragen kann. Das Risiko ist groß, dass die Schraube samt Dübel bei Belastung einfach aus der Wand gezogen wird.

3. "Mitdrehen" des Dübels

Wenn man versucht, die Schraube festzuziehen, greift das Gewinde der zu dünnen Schraube nicht fest genug im Kunststoff des Dübels. Da der Dübel zudem nicht fest gegen die Bohrlochwand gepresst wird, fehlt der nötige Widerstand. Die Folge: Der Dübel dreht sich im Bohrloch einfach mit, und die Schraube lässt sich nicht festziehen („sie dreht hohl“).

4. Instabilität und Wackeln

Selbst wenn die Konstruktion im ersten Moment hält (z. B. bei einer Lampe, die nur nach unten zieht), hat die Verbindung keine Seitenstabilität. Das befestigte Objekt wird wackeln oder bei der kleinsten Erschütterung bzw. Zusatzbelastung (z. B. beim Reinigen oder durch Windzug) instabil werden.

5. Sicherheitsrisiko

Besonders bei Überkopfmontagen (Decke) oder schweren Gegenständen (Regale, Hängeschränke) besteht akute Absturzgefahr. Da die Schraube den Dübel nicht verriegelt, reicht oft das Eigengewicht oder eine minimale Hebelwirkung aus, um die Verbindung zu lösen.

Faustformeln für die richtige Wahl:

Um diese Probleme zu vermeiden, sollte man sich an die Angaben auf der Dübelverpackung halten. Falls diese nicht zur Hand ist, gelten folgende grobe Richtwerte für Standard-Spreizdübel:

  • Schraubendurchmesser: Sollte in der Regel 1 bis 2 mm geringer sein als der Nenndurchmesser des Dübels (und damit des Bohrers).
    • Beispiel 6er Dübel (6 mm Loch): Schraube mit 4,0 bis 5,0 mm Durchmesser.
    • Beispiel 8er Dübel (8 mm Loch): Schraube mit 4,5 bis 6,0 mm Durchmesser.
    • Beispiel 10er Dübel (10 mm Loch): Schraube mit 6,0 bis 8,0 mm Durchmesser.

Tipp: Wenn die Schraube zu dünn ist und man gerade keinen anderen Dübel zur Hand hat, hilft es im Notfall nicht, einfach ein Streichholz oder Ähnliches beizulegen (das ist Pfusch und nicht dauerhaft tragfähig). In diesem Fall muss zwingend eine dickere Schraube oder ein kleinerer Dübel (mit entsprechend kleinerem Bohrloch) verwendet werden.