Was muss bei der Verwendung von Gipskartonplatten in Feuchträumen beachtet werden?

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Bei der Verwendung von Gipskartonplatten in Feuchträumen (wie Badezimmern oder Gäste-WCs) müssen spezielle Vorkehrungen getroffen werden, da Gips von Natur aus feuchtigkeitsempfindlich ist. Werden die falschen Materialien oder Techniken verwendet, drohen Schimmelbildung, Aufquellen und der Verlust der Stabilität.

Hier sind die wichtigsten Punkte, die Sie beachten müssen:

1. Die richtige Plattenwahl

  • Imprägnierte Platten (GKBI): Verwenden Sie niemals graue Standard-Gipskartonplatten. In Feuchträumen sind grüne Platten (GKBI - Gips-Karton-Platte imprägniert) Pflicht. Diese sind kernimprägniert, um die Wasseraufnahme zu verzögern.
  • Zementgebundene Platten: In Bereichen mit sehr hoher Feuchtigkeitsbelastung (z. B. öffentliche Duschen oder Wellnessbereiche) reichen grüne Platten oft nicht aus. Hier sollten zementgebundene Bauplatten (z. B. Aquapanel) verwendet werden, da diese absolut wasserbeständig sind.

2. Unterkonstruktion und Statik

  • Abstände der Profile: Da im Bad meist Fliesen verlegt werden, ist das Gewicht an der Wand höher. Der Abstand der Ständerprofile (CW-Profile) sollte daher maximal 40 bis 62,5 cm betragen.
  • Zweilagige Beplankung: Für eine stabile Wand, die schwere Fliesen tragen kann, empfiehlt sich eine doppelte Beplankung (zwei Lagen Gipskarton übereinander). Dies verhindert Schwingungen, die zu Rissen in den Fugen führen könnten.
  • Korrosionsschutz: In Räumen mit dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit sollten spezialbeschichtete Profile (C3 oder C5-Klasse) verwendet werden, um Rost an der Unterkonstruktion zu vermeiden.

3. Abdichtung (Der wichtigste Schritt)

Eine grüne Platte ist nicht wasserdicht, sondern nur feuchthemmend. Daher ist eine zusätzliche Abdichtung nach DIN 18534 zwingend erforderlich:

  • Flüssigabdichtung (Lastogum): In Spritzwasserbereichen (Dusche, Badewanne, Bereich um das Waschbecken) muss eine flüssige Dichtfolie flächendeckend aufgetragen werden.
  • Dichtbänder und Manschetten: In den Ecken (Wand/Wand und Wand/Boden) müssen elastische Dichtbänder eingearbeitet werden. Für Rohrdurchführungen im Duschbereich sind Dichtmanschetten zu verwenden.
  • Grundierung: Vor dem Abdichten oder Fliesen muss die Platte mit einem Tiefengrund grundiert werden, um die Saugfähigkeit zu regulieren.

4. Verspachtelung

  • Verwenden Sie zum Verspachteln der Fugen ein Material, das ebenfalls für Feuchträume geeignet ist (meist passend zu den grünen Platten, erkennbar an der grünen Farbe des Spachtelpulvers oder entsprechenden Hinweisen wie "hydrophobiert").

5. Bodenanschluss

  • Die Platten dürfen nicht direkt auf dem Rohboden aufstehen, um keine aufsteigende Feuchtigkeit (z. B. beim Putzen oder bei Leitungsschäden) aufzusaugen. Halten Sie einen Abstand von ca. 5–10 mm zum Boden ein. Dieser Schlitz wird später mit dem Randdämmstreifen oder Silikon abgedichtet.

6. Belüftung

  • Gipskarton in Feuchträumen setzt voraus, dass der Raum nach der Nutzung gelüftet werden kann. In innenliegenden Bädern ohne Fenster ist eine leistungsstarke mechanische Entlüftung (Ventilator) notwendig, damit die Platten die aufgenommene Feuchtigkeit wieder abgeben können.

Zusammenfassung der Zonen:

  • Zone 0 & 1 (Inneres von Dusche/Wanne): Abdichtung Pflicht, idealerweise zementgebundene Platten oder sehr sorgfältig abgedichtete grüne Platten.
  • Zone 2 (60 cm um Dusche/Wanne): Abdichtung Pflicht (Flüssigfolie).
  • Restliche Flächen: Grüne Platten plus Grundierung und feuchtraumgeeignete Farbe oder Fliesen.

Profi-Tipp: Achten Sie beim Kauf auf das Kürzel H1 nach DIN EN 520. Diese Platten haben eine besonders geringe Wasseraufnahme von unter 5 %.