Was kann man tun, wenn der Bohrer im Mauerwerk stecken bleibt?
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Es ist ein Klassiker beim Heimwerken: Der Bohrer sitzt fest und bewegt sich weder vor noch zurück. Keine Panik – mit den richtigen Handgriffen bekommst du ihn meistens wieder frei.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, was du tun kannst:
1. Ruhe bewahren und Maschine sichern
- Ausschalten: Drücke nicht gewaltsam weiter auf den Abzug, sonst könnte der Motor der Bohrmaschine durchbrennen.
- Stecker ziehen / Akku raus: Sicherheit geht vor, besonders wenn du später mit Werkzeug direkt am Bohrer arbeitest.
2. Der Rückwärtslauf (Linkslauf)
Das ist die erste und einfachste Methode:
- Stelle die Bohrmaschine auf Linkslauf um.
- Wähle eine niedrige Drehzahl.
- Versuche, den Bohrer mit Gefühl und leichtem Zug nach hinten aus der Wand zu drehen.
- Tipp: Wenn du einen Bohrhammer hast, schalte das Schlagwerk aus (auf reines Drehen stellen), damit sich der Bohrer nicht noch tiefer verkeilt.
3. Den Bohrer manuell lösen (mit der Rohrzange)
Wenn die Maschine es nicht schafft oder abschaltet:
- Öffne das Bohrfutter und nimm die Bohrmaschine ab.
- Greife den feststeckenden Bohrer so nah wie möglich an der Wand mit einer Rohrzange (Gripzange ist noch besser).
- Versuche, den Bohrer vorsichtig hin und her zu drehen (nach links und rechts), um den festklemmenden Staub oder Steinchen zu lockern.
- Gleichzeitig ziehst du kräftig nach hinten.
4. Erschütterungen nutzen
Manchmal verhakt sich der Bohrer an einem kleinen Kieselstein oder einem Stück Armierungseisen (bei Beton).
- Klopfe mit einem Hammer leicht von der Seite gegen den Bohrschaft (nicht so fest, dass er verbiegt!). Die Vibrationen können das verklemmte Material lockern.
5. Kriechöl oder Schmiermittel (Vorsicht!)
- Sprühe etwas WD-40 oder ein anderes Kriechöl in das Bohrloch.
- Lass es kurz einwirken. Es verringert die Reibung.
- Achtung: Das Öl kann Flecken auf der Wand hinterlassen (besonders bei Putz oder Tapete). Außerdem rutscht die Zange danach leichter ab.
6. Den "Befreiungsschlag" bohren (Notlösung)
Wenn gar nichts mehr geht:
- Nimm einen zweiten, dünneren Bohrer.
- Bohre vorsichtig schräg versetzt (ca. 1-2 cm daneben) in Richtung der Spitze des feststeckenden Bohrers.
- Dadurch wird der Druck im Material genommen und der erste Bohrer lässt sich meistens lockern.
Was man vermeiden sollte:
- Gewaltanwendung mit der Maschine: Wenn du die Maschine verkantest, während du Vollgas gibst, riskierst du Handgelenksverletzungen (Kickback) oder ein kaputtes Getriebe.
- Bohrer abbrechen: Wenn der Bohrer bündig an der Wand abbricht, hast du ein echtes Problem, da du ihn dann kaum noch greifen kannst.
Warum ist das passiert? (Prävention für das nächste Mal)
- Bohrmehl-Stau: Du hast den Bohrer nicht zwischendurch herausgezogen. Tipp: Immer wieder "lüften", also den laufenden Bohrer ein Stück rausziehen, um das Mehl nach draußen zu befördern.
- Zu viel Druck: Lass die Maschine arbeiten, drücke nicht zu fest.
- Treffer auf Metall: Du bist auf einen Nagel oder Bewehrungsstahl gestoßen. Hier hilft nur ein spezieller Metallbohrer oder ein neues Loch daneben.
- Stumpfer Bohrer: Ein stumpfer Bohrer erhitzt sich, dehnt sich aus und bleibt eher stecken.