Warum bricht das Mauerwerk beim Einsetzen des Dübels großflächig aus?
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Das Ausbrechen von Mauerwerk beim Setzen oder Belasten eines Dübels ist ein häufiges Problem, das meist auf eine Kombination aus falschem Material, falschem Werkzeug oder falscher Technik zurückzuführen ist.
Hier sind die Hauptgründe, warum Mauerwerk großflächig ausbricht:
1. Zu hoher Spreizdruck (Falscher Dübeltyp)
Standard-Spreizdübel funktionieren, indem sie im Inneren des Lochs einen enormen seitlichen Druck aufbauen.
- Das Problem: Bei spröden Materialien (wie alten Ziegeln oder Porenbeton) oder bei Lochsteinen (Hochlochziegeln) ist die Stabilität des Steins nicht hoch genug, um diesen Druck abzufangen. Der Stein reißt oder die dünnen Stege im Inneren brechen, und ein ganzer Brocken platzt nach vorne weg.
- Lösung: Verwenden Sie in solchen Fällen Injektionssysteme (Chemische Dübel) oder spezielle Universaldübel, die sich eher verknoten als spreizen.
2. Bohren mit Schlag (Die häufigste Ursache)
In vielen modernen Mauersteinen ist das Bohren mit Schlag- oder Hammerfunktion fatal.
- Das Problem: Bei Hochlochziegeln zertrümmert das Schlagwerk die empfindlichen inneren Stege des Ziegels. Das Loch wird innen viel zu groß und instabil. Bei Porenbeton (Ytong) oder Kalksandstein kann der Schlag dazu führen, dass der Stein aufgrund seiner Sprödigkeit großflächig abplatzt.
- Lösung: Bohren Sie in Lochziegel und weiche Steine grundsätzlich ohne Schlag (nur drehend). Verwenden Sie scharfe Steinbohrer oder spezielle Hartmetallbohrer.
3. Zu geringer Randabstand
Jeder Dübel benötigt eine gewisse Masse an umgebendem Material, um den Druck zu verteilen.
- Das Problem: Wenn Sie zu nah an einer Mauerecke, einer Kante oder einer Fuge bohren, findet der Spreizdruck den Weg des geringsten Widerstands – und das ist die freie Fläche nach außen oder zur Seite. Das Mauerwerk platzt ab.
- Lösung: Halten Sie die empfohlenen Randabstände ein (als Faustregel: mindestens die doppelte bis dreifache Bohrtiefe Abstand zur Kante, je nach Material).
4. Stumpfer Bohrer oder zu viel Druck
- Das Problem: Wenn der Bohrer stumpf ist, wird nicht geschnitten, sondern das Material durch Hitze und massiven Anpressdruck verdrängt. Dieser Druck baut Spannungen im Stein auf, die sich durch Risse oder Abplatzungen entladen können.
- Lösung: Nutzen Sie hochwertige, scharfe Bohrer und lassen Sie die Maschine die Arbeit machen, ohne sich mit vollem Körpergewicht dagegenzustemmen.
5. Staub im Bohrloch
- Das Problem: Wenn das Bohrmehl nicht aus dem Loch entfernt wird, wirkt es wie ein Keil. Beim Einschlagen des Dübels oder beim Eindrehen der Schraube verdichtet sich der Staub so stark, dass ein enormer Innendruck entsteht, der den Stein sprengen kann.
- Lösung: Bohrloch immer gründlich aussaugen oder ausblasen.
6. Mürbes oder altes Mauerwerk
- Das Problem: In Altbauten ist der Mörtel oft sandig und die Steine sind durch Feuchtigkeit oder Alter mürbe. Hier fehlt die Grundfestigkeit.
- Lösung: Hier helfen oft nur chemische Anker (Verbundmörtel), die spannungsfrei im Mauerwerk aushärten und das umgebende Material zusätzlich verfestigen.
Zusammenfassung: So verhindern Sie Ausbrüche
- Bohrart prüfen: Bei Lochsteinen und Porenbeton kein Schlagwerk!
- Dübel anpassen: Bei kritischem Mauerwerk Injektionsmörtel statt Spreizdübel verwenden.
- Sauberkeit: Bohrloch immer reinigen.
- Randabstand: Nie zu nah an Kanten bohren.
- Werkzeug: Nur scharfe Bohrer verwenden.