Woran merkt man, dass die maximale Traglast des Dübels überschritten wurde?

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Wenn die maximale Traglast eines Dübels überschritten wird, kündigt sich das Versagen oft durch verschiedene Warnsignale an. Man unterscheidet dabei zwischen Anzeichen direkt beim Einbau und solchen, die erst unter Last auftreten.

Hier sind die wichtigsten Merkmale, unterteilt nach Kategorien:

1. Optische Anzeichen (Sichtprüfung)

  • Herausziehen des Dübels: Der Dübel wandert langsam aus dem Bohrloch heraus. Zwischen der Wand und dem befestigten Gegenstand (oder dem Dübelkragen) entsteht ein sichtbarer Spalt.
  • Rissbildung: Im Untergrund (Putz, Beton oder Stein) bilden sich sternförmige Risse rund um das Bohrloch. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Spreizdruck des Dübels das Material sprengt.
  • Abplatzungen: Vor allem bei Beton oder Ziegeln können kegelförmige Stücke aus der Wand brechen („Betonausbruch“).
  • Schiefstand: Der Dübel oder die Schraube neigt sich nach unten. Die Last "hebelt" den Dübel aus seiner Verankerung.

2. Mechanische Anzeichen (Haptik)

  • Durchdrehen der Schraube: Wenn man die Schraube festziehen möchte, aber keinen festen Widerstand spürt und sie sich endlos dreht („überdreht“), hat der Dübel keinen Halt mehr im Material oder das Gewinde im Kunststoff ist zerstört.
  • Wackeln: Der befestigte Gegenstand hat Spiel und lässt sich bewegen, obwohl die Schraube fest angezogen scheint.
  • Gefühl des „Nachgebens“: Beim Festziehen spürt man einen plötzlichen Druckverlust. Das deutet darauf hin, dass entweder der Dübel gerissen ist oder der Untergrund im Inneren nachgegeben hat.

3. Akustische Anzeichen

  • Knacken oder Knirschen: Wenn man eine Last aufhängt und es im Gebälk oder in der Wand knackt, deutet das auf Materialversagen im Untergrund (z. B. Brechen von Steinstegen in Lochziegeln) hin.

4. Langzeitfolgen (Kriechen)

Manchmal hält der Dübel anfangs, gibt aber über Tage oder Wochen nach.

  • Zunehmender Spalt: Ein anfangs dicht anliegendes Regal hat nach einer Woche plötzlich 2 mm Abstand zur Wand. Das nennt man „Herausziehen durch Dauerlast“.

Was sind die häufigsten Ursachen für das Versagen?

  1. Falscher Dübel für den Untergrund: Ein Spreizdübel in einem Hohlraumziegel hält nicht, da er keinen Gegendruck aufbauen kann.
  2. Zu großes Bohrloch: Wenn das Loch zu groß oder „ausgenudelt“ ist, greift der Dübel nicht.
  3. Bohrstaub: Wenn das Loch nicht ausgesaugt wird, wirkt der Staub wie ein Schmiermittel und der Dübel rutscht heraus.
  4. Überlastung: Das Gewicht des Gegenstandes (plus ggf. Hebelwirkung) ist schlicht höher als die vom Hersteller angegebene Newton-Zahl (Tragkraft).

Was tun, wenn man es bemerkt?

  • Sofort entlasten: Den Gegenstand abhängen, bevor er unkontrolliert abstürzt.
  • Nicht dasselbe Loch einfach so wiederbenutzen: Ein größeres Loch bohren und einen entsprechend größeren Dübel verwenden oder auf Flüssigdübel / Injektionsmörtel umsteigen (chemische Verankerung), was in problematischem Mauerwerk oft die sicherste Lösung ist.
  • Hebelarm beachten: Ein langes Regalbrett mit schweren Büchern vorne an der Kante belastet den Dübel deutlich stärker als das reine Gewicht der Bücher vermuten lässt (Drehmoment).

Sicherheitshinweis: Bei Deckenmontagen (z.B. schwere Kronleuchter) ist besondere Vorsicht geboten, da hier die Last direkt am Dübel zieht (Zuglast). Hier sollten nur zugelassene Metalldübel oder chemische Anker verwendet werden.