Was kann man gegen einen unangenehmen, muffigen Geruch der Wandfarbe tun?

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Ein muffiger Geruch nach dem Streichen kann verschiedene Ursachen haben – von harmlosen Ausdünstungen während der Trocknung bis hin zu bakteriell belasteter Farbe.

Hier sind die effektivsten Schritte, die du unternehmen kannst, unterteilt in Sofortmaßnahmen und langfristige Lösungen:

1. Sofortmaßnahmen: Richtiges Lüften und Temperatur

Oft entsteht der Geruch, weil die Farbe nicht schnell genug trocknet oder die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch ist.

  • Querlüften: Öffne gegenüberliegende Fenster und Türen weit (Stoßlüften), um einen Durchzug zu erzeugen. Das ist effektiver als ein dauerhaft gekipptes Fenster.
  • Heizen: Wärme hilft der Feuchtigkeit, aus der Wand zu entweichen. Halte den Raum auf einer konstanten Temperatur (ca. 20–22 Grad).
  • Luftentfeuchter: Wenn die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist (über 60 %), kann ein elektrischer Luftentfeuchter helfen, den Trocknungsprozess zu beschleunigen.

2. Hausmittel zur Geruchsneutralisierung

Wenn der Geruch nur leicht ist, können natürliche Absorber helfen:

  • Essigwasser: Stelle Schalen mit einer Mischung aus Wasser und Essigessenz im Raum auf. Essig neutralisiert Gerüche sehr gut.
  • Kaffeepulver: Frisch gemahlener Kaffee bindet schlechte Gerüche. Verteile das Pulver auf flachen Tellern.
  • Salz oder Zwiebeln: Auch Schalen mit Salz oder aufgeschnittene Zwiebeln in Wasser sind alte Hausmittel, um "Farbgestank" zu binden.

3. Ursachenforschung: Warum riecht es muffig?

Man muss unterscheiden, ob der Geruch normal ist oder auf ein Problem hinweist:

  • Oxidation: Besonders bei Naturfarben (Leinöl etc.) ist ein gewisser Geruch während der Aushärtung normal. Das kann bis zu zwei Wochen dauern.
  • "Umgekippte" Farbe: Wenn die Wandfarbe schon alt war oder Bakterien in den Eimer gelangt sind, riecht sie faulig oder extrem muffig (wie saure Milch). In diesem Fall helfen Lüften und Hausmittel meist nicht, da die Bakterien auf der Wand weiterleben.
  • Reaktion mit dem Untergrund: Manchmal reagiert die neue Farbe mit alten Schichten (z. B. Nikotin, alter Kleister oder Schimmel im Putz).

4. Fortgeschrittene Lösungen (wenn Lüften nicht hilft)

Wenn der Geruch nach 7–10 Tagen intensiven Lüftens nicht verschwindet:

  • Ozonbehandlung: Ein Ozongerät (kann man im Baumarkt oder beim Verleih mieten) spaltet die Geruchsmoleküle auf. Achtung: Während der Anwendung darf sich kein Mensch, Tier oder Pflanze im Raum aufhalten, und danach muss extrem gut gelüftet werden.
  • Sperrgrund (Isoliergrund): Wenn die Farbe bakteriell belastet war oder der Untergrund "durchschlägt", hilft oft nur das Überstreichen mit einem speziellen Absperrgrund. Dieser versiegelt die Fläche, sodass keine Gerüche mehr nach außen dringen. Danach kann mit frischer, qualitativ hochwertiger Farbe neu gestrichen werden.
  • Abwaschen/Abschleifen: Im schlimmsten Fall (bei bakterieller Belastung) muss die stinkende Farbschicht tatsächlich wieder runter, bevor neu aufgebaut wird.

Wann solltest du vorsichtig sein?

Wenn der Geruch sehr stechend ist oder du Kopfschmerzen und brennende Augen bekommst, könnten VOCs (flüchtige organische Verbindungen) oder Konservierungsmittel wie Isothiazolinone die Ursache sein. In diesem Fall solltest du den Raum meiden, bis der Geruch verflogen ist oder ein Fachmann (Maler/Baubiologe) die Situation bewertet hat.

Mein Tipp für den nächsten Schritt: Probiere es erst 48 Stunden lang mit intensivem Heizen und Stoßlüften. Wenn sich der Geruch kein Stück verbessert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Farbe "umgekippt" war oder der Untergrund ein Problem bereitet.

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