Was ist die Ursache für das Einrollen von Kopierpapier nach dem Druckvorgang?
Das Einrollen von Kopierpapier nach dem Drucken (der sogenannte „Paper Curl“) ist ein physikalisches Phänomen, das hauptsächlich durch das Zusammenspiel von Feuchtigkeit, Hitze und der Faserstruktur des Papiers entsteht.
Hier sind die Hauptursachen im Detail:
1. Feuchtigkeitsverlust durch Hitze (bei Laserdruckern)
Dies ist die häufigste Ursache. Papier besteht aus Zellulosefasern, die von Natur aus Wasser enthalten (etwa 4–6 %).
- Der Prozess: Im Laserdrucker läuft das Papier durch die Fixiereinheit, wo der Toner bei hohen Temperaturen (bis zu 200 °C) auf das Papier geschmolzen wird.
- Die Folge: Durch die einseitige starke Erhitzung verdampft die Feuchtigkeit auf dieser Seite schlagartig. Die Fasern ziehen sich zusammen. Da die andere Seite des Papiers oft weniger Hitze abbekommt oder die Feuchtigkeit dort langsamer entweicht, entsteht eine Spannung im Papier, und es biegt sich in Richtung der Hitzequelle.
2. Einseitige Feuchtigkeitsaufnahme (bei Tintenstrahldruckern)
Hier passiert das Gegenteil:
- Der Prozess: Der Drucker trägt flüssige Tinte auf Wasserbasis auf das Papier auf.
- Die Folge: Die Fasern auf der bedruckten Seite quellen durch die Feuchtigkeit auf und dehnen sich aus. Da die Rückseite trocken bleibt, wellt sich das Papier (meist weg von der bedruckten Seite oder es entstehen Wellen am Rand).
3. Die Laufrichtung der Fasern
Papier hat eine „Laufrichtung“ (die Richtung, in der die Fasern bei der Herstellung im Sieb der Papiermaschine lagen).
- Wenn das Papier quer zur Laufrichtung bedruckt und erhitzt wird, ist der Widerstand der Fasern geringer, und das Einrollen tritt deutlich stärker auf.
4. Lagerung und Umgebungsfeuchtigkeit
Das Papier ist extrem hygroskopisch, das heißt, es passt sich der Umgebung an.
- Zu trockenes Papier: Wenn Papier zu trocken gelagert wurde, ist es spröde und reagiert empfindlicher auf die Hitze im Drucker.
- Zu feuchtes Papier: Wenn das Papier Feuchtigkeit aus der Raumluft aufgenommen hat (z. B. weil die Packung offen stand), ist der Effekt des „Dampfens“ in der Fixiereinheit noch stärker, was zu extremem Einrollen führen kann.
5. Papierqualität und Grammatur
Dünneres Papier (z. B. 70g/m² oder Standard-80g-Papier) rollt sich schneller ein als dickeres Papier (100g/m² oder mehr), da die Eigensteifigkeit des Papiers der Verformung weniger entgegenzusetzen hat. Auch die Beschichtung (Coating) spielt eine Rolle.
Tipps gegen das Einrollen:
- Richtig einlegen: Viele Papierpackungen haben einen Pfeil auf der Verpackung, der die ideale Druckseite markiert. Oft hilft es auch, den Papierstapel im Fach einfach einmal umzudrehen.
- Lagerung: Lagern Sie Papier immer geschlossen in der Originalverpackung und nicht direkt neben einer Heizung oder in einem feuchten Keller.
- Papierwahl: Nutzen Sie hochwertiges „Laser-Papier“ für Laserdrucker. Dieses ist so optimiert, dass es Hitze besser verträgt.
- Duplexdruck: Beim beidseitigen Druck wird das Papier von beiden Seiten erhitzt/beansprucht, was die Spannungen oft wieder ausgleicht.
- Druckereinstellungen: Bei einigen Druckern kann man die Hitze der Fixiereinheit über die Medieneinstellungen (z. B. „Leichtes Papier“ vs. „Dickes Papier“) beeinflussen.