Was ist die Kernaufgabe eines Controllers in einem Unternehmen?

Bearbeiten
Löschen

Die Kernaufgabe eines Controllers wird oft mit der eines Navigators auf einem Schiff verglichen. Während der Manager (der Kapitän) entscheidet, wohin die Reise geht, sorgt der Controller dafür, dass der Kapitän jederzeit weiß, wo das Schiff steht, wie viel Treibstoff noch da ist und ob man vom Kurs abkommt.

Zusammengefasst lässt sich die Kernaufgabe so definieren: Die Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit und die Unterstützung der Unternehmensführung bei der zielorientierten Steuerung des Unternehmens.

Hier sind die vier zentralen Säulen dieser Aufgabe im Detail:

1. Planung und Budgetierung

Der Controller koordiniert den Planungsprozess. Er hilft dabei, abstrakte Unternehmensziele (z. B. "Wir wollen wachsen") in konkrete Zahlen und Budgets zu gießen. Er stellt sicher, dass die Pläne der einzelnen Abteilungen (Vertrieb, Produktion, Marketing) zusammenpassen und finanziell realistisch sind.

2. Transparenz und Informationsversorgung (Reporting)

Der Controller sammelt Daten aus dem gesamten Unternehmen, bereitet sie auf und macht sie vergleichbar.

  • Kernfrage: "Wo stehen wir gerade?"
  • Er erstellt Berichte (Reports), Dashboards und Kennzahlensysteme (KPIs), damit das Management eine objektive Entscheidungsgrundlage hat und nicht nach "Bauchgefühl" entscheiden muss.

3. Kontrolle und Abweichungsanalyse (Soll-Ist-Vergleich)

Dies ist die klassische Überwachungsfunktion. Der Controller vergleicht die tatsächlichen Zahlen (Ist) mit den geplanten Werten (Soll).

  • Wenn es Abweichungen gibt (z. B. Kosten zu hoch, Umsatz zu niedrig), analysiert der Controller die Ursachen.
  • Er schlägt Korrekturmaßnahmen vor, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.

4. Beratung und Business Partnering (Moderne Rolle)

In modernen Unternehmen versteht sich der Controller zunehmend als Business Partner. Er ist interner Berater für die Fachabteilungen.

  • Er rechnet Business Cases durch (z. B. "Lohnt sich die Anschaffung einer neuen Maschine?").
  • Er bewertet Risiken und Chancen.
  • Er hilft den Managern, die ökonomischen Konsequenzen ihrer Entscheidungen zu verstehen.

Der Unterschied zwischen Buchhaltung und Controlling

Um die Kernaufgabe besser zu verstehen, hilft die Abgrenzung zur Buchhaltung:

  • Die Buchhaltung ist vergangenheitsorientiert (Dokumentation dessen, was war, für Finanzamt und Banken).
  • Das Controlling ist zukunftsorientiert (Gestaltung dessen, was sein wird, für die interne Steuerung).

Fazit: Die Kernaufgabe ist es, wirtschaftliches Gewissen und Lotse des Unternehmens zu sein, damit die gesetzten Ziele effizient erreicht werden.