Was ist beim Einweichen von Raufasertapete vor dem Anbringen zu beachten?
Das Einweichen von Raufasertapete ist einer der wichtigsten Schritte beim Tapezieren. Da Raufaser aus Papier besteht, dehnt sie sich aus, wenn sie feucht wird. Geschieht dies nicht gleichmäßig auf dem Tapeziertisch, passiert es später an der Wand – was zu Blasen, Falten oder offenen Nähten führt.
Hier sind die wichtigsten Punkte, die du beachten musst:
1. Die Einweichzeit (Das A und O)
- Dauer: In der Regel benötigt Raufasertapete 10 bis 15 Minuten Einweichzeit.
- Gleichmäßigkeit: Alle Bahnen müssen exakt gleich lang einweichen. Wenn eine Bahn 10 Minuten und die nächste 20 Minuten einweicht, dehnen sie sich unterschiedlich stark aus. Das führt dazu, dass die Muster (oder die Struktur) nicht mehr zusammenpassen und die Nähte unsauber werden.
- Herstellerangaben: Schau auf den Einleger der Tapetenrolle. Je nach Dicke der Tapete (grob, mittel, fein) kann die Zeit variieren.
2. Der Kleisterauftrag
- Gleichmäßig satt: Trage den Kleister gleichmäßig mit einer Tapezierbürste oder einer Kleisterrolle auf. Achte besonders auf die Ränder, damit diese später nicht von der Wand abstehen.
- Nicht zu viel, nicht zu wenig: Die Tapete muss gut durchfeuchtet werden, darf aber nicht im Kleister "schwimmen", da das Papier sonst reißen kann.
3. Das Zusammenlegen
- Nach dem Einkleistern wird die Bahn zusammengelegt, damit der Kleister nicht austrocknet und das Papier in Ruhe quellen kann.
- Technik: Klappe das obere Ende zu ca. 2/3 nach unten und das untere Ende zu ca. 1/3 nach oben. Die Kanten sollten sauber bündig liegen.
- Keine Knicke: Achte darauf, die Falten an den Umkehrpunkten nicht scharf festzudrücken, damit keine bleibenden Knicke in der Struktur entstehen.
4. Das Klima im Raum
- Keine Zugluft: Während des Einweichens und auch während des Trocknens an der Wand müssen Fenster und Türen geschlossen bleiben. Zugluft lässt den Kleister ungleichmäßig trocknen.
- Temperatur: Die ideale Raumtemperatur liegt zwischen 18 und 22 Grad. Ist es zu heiß, trocknet der Kleister, bevor die Tapete richtig weich ist.
5. Den Überblick behalten
- Wenn du mehrere Bahnen gleichzeitig vorbereitest (was effizient ist), markiere dir die Reihenfolge oder nutze eine Uhr.
- Tipp: Kleistere immer nur so viele Bahnen vor, wie du in ca. 15-20 Minuten verarbeiten kannst. Wenn die Tapete zu lange weicht, wird das Papier instabil und reißt beim Hochheben extrem leicht ein.
Zusammenfassung: Woran erkennst du, dass sie fertig ist?
Die Tapete sollte sich "geschmeidig" anfühlen und keine harten Widerstände mehr beim Auseinanderfalten bieten. Sie hat in der Regel ihre maximale Breite erreicht (sie ist dann etwa 1–2 % breiter als im trockenen Zustand).
Besonderheit "Vlies-Raufaser": Falls du Vlies-Raufaser gekauft hast, entfällt das Einweichen komplett! Hier wird die Wand eingekleistert und die trockene Tapete direkt ins Kleisterbett gelegt. Prüfe also vorher unbedingt, ob es sich um klassische Papier-Raufaser oder Vlies-Raufaser handelt.