Was hilft Patienten mit zitternden Händen oder Arthrose dabei, die oft festen Kunststofffläschchen der Augentropfen zu drücken?

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Das Drücken von Augentropfenfläschchen erfordert eine Feinmotorik und Kraft in den Fingern, die viele Patienten mit Arthrose oder Tremor (Zittern) vor große Herausforderungen stellt.

Es gibt jedoch verschiedene Hilfsmittel und Techniken, die den Alltag erheblich erleichtern können. Hier sind die effektivsten Lösungen:

1. Mechanische Applikationshilfen (Quetschhilfen)

Diese kleinen Geräte werden auf die Flasche gesteckt und vergrößern den Hebelweg oder die Grifffläche.

  • Autosqueeze™: Dies ist eines der bekanntesten Hilfsmittel. Es wird um den Flaschenhals geklemmt. Die großen "Flügel" an den Seiten lassen sich viel leichter zusammendrücken als die kleine, harte Flasche selbst. Es ist besonders hilfreich bei Arthrose.
  • Autodrop™: Dieses Gerät hilft primär bei der Positionierung über dem Auge (damit man nicht blinzelt), wird aber oft mit dem Autosqueeze kombiniert.
  • Modellspezifische Hilfen: Viele Pharmahersteller bieten eigene Plastikgestelle an, die genau auf ihre Flaschen passen (z. B. für Glaukom-Medikamente). Fragen Sie in der Apotheke gezielt nach einer Hilfe für Ihr spezifisches Präparat.

2. Umstellung auf andere Flaschensysteme (Pump-Systeme)

Manchmal ist die Flasche selbst das Problem. Es gibt Alternativen, die nicht gedrückt, sondern gepumpt werden:

  • COMOD®-System (z. B. von Ursapharm): Diese Flaschen haben einen breiten Boden und einen Pumpmechanismus. Man drückt auf den Boden der Flasche, was oft mit der ganzen Handfläche oder dem Handballen möglich ist – das erfordert deutlich weniger Fingerkraft und Präzision als das Quetschen.
  • Abak®-System oder ähnliche: Diese Flaschen sind oft weicher konstruiert. Ein Gespräch mit dem Augenarzt über einen Wechsel des Präparats (bei gleichem Wirkstoff) kann sinnvoll sein.

3. Einmaldosen (EDO / Ophtiolen)

Anstelle von großen Flaschen gibt es viele Wirkstoffe in kleinen Kunststoff-Ampullen für den Einmalgebrauch.

  • Vorteil: Sie sind meist aus sehr weichem Kunststoff und lassen sich mit minimalem Aufwand ausdrücken.
  • Nachteil: Das Abbrechen der Kappe erfordert Fingerspitzengefühl. Hier kann eine kleine Zange oder ein Nussknacker helfen, die Kappe vorsichtig zu lösen.

4. Ergonomische Techniken und Tricks

Wenn kein Hilfsmittel zur Hand ist, können diese Techniken helfen:

  • Zweihand-Methode: Anstatt die Flasche mit den Fingern einer Hand zu drücken, halten Sie die Flasche über das Auge und nutzen Sie die Finger der anderen Hand, um zusätzlichen Druck auszuüben.
  • Handballen-Einsatz: Versuchen Sie, die Flasche so zu halten, dass Sie den Druck nicht aus den Fingerspitzen, sondern durch eine Schließbewegung der Hand (Richtung Handballen) erzeugen.
  • Stabilisierung bei Zittern:
    • Setzen oder legen Sie sich hin.
    • Stützen Sie den Handballen der Hand, die die Flasche hält, fest auf der Wange oder dem Nasenrücken ab. Das stabilisiert die Hand und reduziert das Zittern im Verhältnis zum Auge.
    • Alternativ: Die "Brillen-Methode". Man hält die Flasche fest und legt die Handkante auf die Stirn.

5. Unterstützung durch Fachpersonal

  • Apotheken-Beratung: Apotheker können oft Muster von verschiedenen Applikationshilfen zeigen. Es gibt für fast jede Flaschenform eine Lösung.
  • Ergotherapie: Wenn die Arthrose sehr fortgeschritten ist, kann ein Ergotherapeut individuelle Schienen oder Griffe anfertigen, die exakt auf die Handform des Patienten angepasst sind.

Wichtiger Tipp: Viele dieser Hilfsmittel (wie Autosqueeze) kosten nur wenige Euro und sind im Internet oder in Sanitätshäusern erhältlich. Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten sogar, wenn der Arzt sie als Hilfsmittel verordnet.

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