Was hilft gegen schmerzende Handgelenke bei längerer Arbeit mit der Gartenschere?
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Schmerzende Handgelenke beim Gärtnern sind ein häufiges Problem, das meist durch Überlastung, einseitige Bewegungen oder unpassendes Werkzeug entsteht.
Hier sind die effektivsten Strategien, unterteilt in Werkzeug, Technik und körperliche Übungen:
1. Das richtige Werkzeug (Der wichtigste Faktor)
Oft ist die Schere schlichtweg nicht für die eigene Hand oder die anfallende Arbeit geeignet.
- Rollgriff-Scheren: Dies ist der wichtigste Tipp. Bei diesen Modellen dreht sich der untere Griff beim Schließen mit der Hand mit. Das reduziert die Reibung und verteilt die Kraft auf alle Finger, was das Handgelenk massiv entlastet.
- Die richtige Größe: Scheren gibt es oft in S, M oder L. Eine zu große Schere zwingt die Hand in eine unnatürliche Überstreckung; eine zu kleine führt zu Verkrampfungen.
- Bypass vs. Amboss:
- Bypass-Scheren (zwei geschliffene Klingen) sind für frisches Holz.
- Amboss-Scheren (eine Klinge trifft auf eine Metallfläche) benötigen weniger Kraft und sind ideal für hartes, trockenes Holz.
- Ratschenscheren: Diese verfügen über einen Mechanismus, der dicke Zweige in mehreren Schritten schneidet. Das spart extrem viel Kraft.
- Elektrische Gartenscheren: Wenn Sie sehr viel schneiden müssen oder bereits unter Arthrose/Karpaltunnelsyndrom leiden, ist eine akkubetriebene Schere eine lohnende Investition. Sie schneidet auf Knopfdruck ohne Kraftaufwand.
2. Wartung der Schere
Ein stumpfes Werkzeug verdoppelt den Kraftaufwand.
- Schärfen: Schleifen Sie die Klingen regelmäßig mit einem Abziehstein nach.
- Ölen: Ein Tropfen Öl im Gelenk sorgt dafür, dass die Feder den Griff leicht wieder öffnet.
- Feder prüfen: Wenn die Feder zu stramm ist, müssen Sie beim Öffnen und Schließen gegen zu viel Widerstand arbeiten.
3. Die richtige Technik
- Handgelenk gerade halten: Vermeiden Sie es, das Handgelenk beim Schneiden abzuknicken. Versuchen Sie, den Arm und das Handgelenk in einer Linie zu halten.
- Tief in die Schere einlegen: Legen Sie den Ast so nah wie möglich am Gelenk der Schere ein (Hebelgesetz), nicht vorne an der Spitze.
- Nicht "würgen": Wenn ein Ast zu dick ist, drehen Sie nicht die Schere im Holz hin und her. Das schadet dem Handgelenk und der Schere. Nutzen Sie stattdessen eine kleine Astsäge.
4. Pausen und Ausgleichsübungen
- Regelmäßige Pausen: Machen Sie alle 15–20 Minuten eine kurze Pause, lockern Sie die Finger und schütteln Sie die Hände aus.
- Dehnen:
- Strecken Sie den Arm nach vorne, die Handfläche zeigt weg von Ihnen, die Finger nach oben. Ziehen Sie die Fingerspitzen mit der anderen Hand sanft Richtung Körper. 15 Sekunden halten.
- Gleiche Übung mit Handfläche nach innen und Fingern nach unten.
- Wechseln: Versuchen Sie, zwischendurch die Hand zu wechseln oder eine andere Tätigkeit (Harken, Unkraut zupfen) einzuschieben, um die einseitige Belastung zu brechen.
5. Akute Hilfe bei Schmerzen
- Kühlen: Wenn das Handgelenk nach der Arbeit geschwollen ist oder pocht, hilft Kälte (Coolpack in ein Tuch gewickelt), um Entzündungen vorzubeugen.
- Wärme: Bei chronischen Beschwerden oder Steifheit ist Wärme (Kirschkernkissen) oft angenehmer.
- Stützbandagen: Eine einfache Handgelenksbandage aus der Apotheke kann während der Arbeit helfen, das Gelenk zu stabilisieren.
Wichtig: Wenn die Schmerzen länger anhalten, in die Finger ausstrahlen oder ein Kribbeln (Einschlafen der Hand) verursachen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um ein Karpaltunnelsyndrom oder eine Sehnenscheidenentzündung auszuschließen.