Welche Sicherheitsmaßnahmen verhindern Verbrennungen bei der Arbeit mit dem Lötkolben?
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Beim Arbeiten mit einem Lötkolben entstehen Temperaturen zwischen 250 °C und 450 °C. Um Verbrennungen (an sich selbst, anderen oder der Umgebung) zu vermeiden, sollten folgende Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden:
1. Arbeitsplatzgestaltung
- Lötkolbenständer verwenden: Den Lötkolben niemals einfach auf dem Tisch ablegen. Er gehört in einen stabilen Sicherheitsständer, damit die heiße Spitze keine Oberflächen berührt oder wegrollt.
- Hitzebeständige Unterlage: Arbeiten Sie auf einer speziellen Silikonmatte oder einer feuerfesten Unterlage, um Brandlöcher im Tisch zu vermeiden.
- Kabelmanagement: Achten Sie darauf, dass das Netzkabel des Lötkolbens so verlegt ist, dass man nicht darüber stolpern oder daran hängen bleiben kann. Sonst könnte der heiße Lötkolben vom Tisch auf die Beine oder den Boden gezogen werden.
2. Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
- Schutzbrille tragen: Flussmittel im Lötzinn kann beim Erhitzen spritzen. Ein kleiner Tropfen flüssiges Lot oder heißes Flussmittel im Auge kann schwere Verletzungen verursachen.
- Kleidung: Tragen Sie Kleidung aus Naturfasern (z. B. Baumwolle). Synthetikfasern schmelzen bei Kontakt mit Hitze sofort und kleben schmerzhaft auf der Haut. Lange Ärmel bieten zusätzlichen Schutz.
3. Richtiger Umgang während des Lötens
- Nur am Griff anfassen: Der Lötkolben darf ausschließlich am isolierten Griff gehalten werden. Fassen Sie niemals in die Nähe der Spitze oder des Metallschafts.
- Nicht schütteln: Um überschüssiges Lot von der Spitze zu entfernen, sollte man den Lötkolben niemals abstreifen oder schütteln (Gefahr von umherfliegenden heißen Zinntropfen). Nutzen Sie stattdessen einen feuchten Lötschwamm oder Messingwolle.
- Bauteile fixieren: Halten Sie kleine Bauteile oder Drähte niemals mit den Fingern fest, während Sie löten. Metall leitet Wärme sehr schnell. Nutzen Sie eine „Dritte Hand“, eine Pinzette oder eine Flachzange.
- Nicht pusten: Das Pusten auf eine frische Lötstelle kann dazu führen, dass flüssiges Lot weggespritzt wird. Zudem verschlechtert es die Qualität der Lötstelle („kalte Lötstelle“).
4. Nach dem Löten
- Ausschalten und Stecker ziehen: Lassen Sie den Lötkolben niemals unbeaufsichtigt eingeschaltet. Viele moderne Lötstationen haben eine automatische Abschaltfunktion (Auto-Sleep).
- Abkühlen lassen: Ein Lötkolben bleibt nach dem Ausschalten noch mehrere Minuten lang gefährlich heiß. Warnen Sie andere Personen im Raum, dass das Gerät noch heiß ist.
- Lötstellen nicht sofort berühren: Frisch gelötete Bauteile und Platinen speichern die Hitze. Warten Sie kurz, bevor Sie die Stelle anfassen.
5. Verhalten im Notfall
- Falls es doch zu einer Verbrennung kommt: Die Stelle sofort für ca. 10–15 Minuten unter lauwarmem (nicht eiskaltem!) fließendem Wasser kühlen.
- Bei schweren Verbrennungen oder Brandblasen einen Arzt aufsuchen und die Wunde steril abdecken.
Zusätzlicher Hinweis: Achten Sie auch auf eine gute Belüftung oder eine Lötrauchabsaugung, um das Einatmen von schädlichen Dämpfen zu vermeiden. Dies verhindert zwar keine Verbrennungen, schützt aber Ihre langfristige Gesundheit.