Was kann man tun, wenn die Klinge der Gartenschere stumpf geworden ist?
Wenn die Gartenschere stumpf ist, muss man sie nicht wegwerfen. Mit ein wenig Pflege und dem richtigen Werkzeug lässt sie sich meist problemlos wieder scharf machen. Eine scharfe Schere ist wichtig, da sie saubere Schnitte macht, die schneller verheilen und die Pflanze weniger anfällig für Krankheiten machen.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du deine Gartenschere wieder fit bekommst:
1. Grundreinigung
Bevor du schleifst, muss die Schere sauber sein.
- Schmutz entfernen: Benutze eine Drahtbürste oder einen rauen Schwamm, um Erde und Pflanzensäfte zu entfernen.
- Harz lösen: Harzreste lassen sich gut mit Spiritus, Waschbenzin oder speziellen Harzlösern entfernen.
- Rost: Wenn die Schere rostig ist, hilft feine Stahlwolle oder ein Rostlöser (z. B. WD-40).
2. Schere zerlegen (optional, aber empfohlen)
Wenn möglich, schraube die Schere auseinander. So kommst du besser an die Schneiden heran. Merke dir dabei genau, in welcher Reihenfolge die Teile (Feder, Schraube, Muttern) zusammengebaut waren.
3. Das Schärfen
Welches Werkzeug du benutzt, hängt davon ab, was du zur Hand hast: ein Schleifstein (Wetzstein), eine Diamantfeile oder ein spezieller Gartenscheren-Schärfer.
- Der Winkel ist entscheidend: Halte den Schleifstein in dem Winkel, in dem die Klinge bereits angeschliffen ist (meist etwa 20 bis 25 Grad).
- Nur die schräge Seite schleifen: Bei einer normalen Bypass-Schere (Schere mit zwei Klingen, die aneinander vorbeigleiten) wird nur die Außenseite der geschliffenen Klinge bearbeitet. Die flache Innenseite wird nicht geschliffen!
- Die Bewegung: Führe den Stein mit leichtem Druck in ziehenden oder kreisenden Bewegungen entlang der Schneidkante – immer von der Wurzel der Klinge bis zur Spitze.
- Bei Amboss-Scheren: Hier wird die Klinge meist von beiden Seiten geschliffen, da sie wie ein Messer auf eine gerade Fläche trifft.
4. Entgraten
Nach dem Schleifen entsteht auf der flachen Rückseite der Klinge oft ein kleiner Metallüberstand (der "Grat").
- Lege den Schleifstein flach auf die Rückseite der Klinge und ziehe ihn einmal ganz leicht darüber, um diesen Grat zu entfernen. Die Klinge sollte sich nun glatt anfühlen.
5. Ölen und Zusammenbauen
- Gelenk schmieren: Gib einen Tropfen harzfreies Öl (z. B. Ballistol, Nähmaschinenöl oder Leinöl) auf das Gelenk und die Feder.
- Korrosionsschutz: Reibe die Klingen mit einem öligen Tuch ab, um sie vor erneutem Rost zu schützen.
- Zusammenbau: Schraube die Schere wieder zusammen. Achte darauf, dass die Schraube fest genug sitzt, damit die Klingen sauber aneinander vorbeigleiten, aber locker genug, dass sich die Schere noch leicht öffnen lässt.
Wann ist ein Profi oder ein Neukauf nötig?
- Große Scharten: Wenn die Klinge tiefe Einkerbungen hat, muss sehr viel Material abgetragen werden. Das ist mit einem Handschleifstein mühsam.
- Ersatzklingen: Bei hochwertigen Marken (z. B. Felco) kann man die Klingen einzeln nachkaufen und austauschen.
- Billig-Scheren: Bei sehr günstigen Modellen aus weichem Metall lohnt sich der Aufwand oft nicht, da sie sehr schnell wieder stumpf werden.
Sicherheitstipp: Trage beim Reinigen und Schleifen am besten Handschuhe, um Schnittverletzungen zu vermeiden!