Was genau versteht man unter einem Allzweckreiniger?
Ein Allzweckreiniger (auch Universalreiniger genannt) ist ein Reinigungsmittel, das so konzipiert ist, dass es für eine Vielzahl von verschiedenen Oberflächen und Verschmutzungen im Haushalt geeignet ist. Er ist sozusagen das „Schweizer Taschenmesser“ unter den Putzmitteln.
Hier sind die Details dazu, wie er zusammengesetzt ist, wie er wirkt und wo seine Grenzen liegen:
1. Die Wirkungsweise (Chemie)
Die wichtigste Komponente eines Allzweckreinigers sind Tenside (waschaktive Substanzen).
- Wie Tenside funktionieren: Ein Ende des Tensid-Moleküls liebt Fett (lipophil), das andere liebt Wasser (hydrophil). Dadurch kann der Reiniger Fett und Schmutz von der Oberfläche lösen und im Wasser „schwebend“ halten, sodass man den Dreck einfach wegwischen kann.
- pH-Wert: Die meisten Allzweckreiniger sind pH-neutral bis leicht alkalisch (pH-Wert etwa zwischen 7 und 9). Das macht sie materialschonend, aber dennoch effektiv gegen Fett.
2. Typische Inhaltsstoffe
Neben Tensiden enthalten sie meist:
- Wasser: Als Basis/Lösungsmittel.
- Lösungsmittel (z. B. Alkohole): Helfen beim schnellen Trocknen und lösen hartnäckige Fettflecken.
- Duftstoffe: Für den typischen „Frische-Geruch“ (Zitrone, Meeresbrise etc.).
- Farbstoffe: Zur optischen Unterscheidung.
- Konservierungsmittel: Damit das Produkt in der Flasche nicht verdirbt.
- Hilfsstoffe: Zur Enthärtung des Wassers.
3. Anwendungsbereiche
Allzweckreiniger sind ideal für wasserfeste und glatte Oberflächen:
- Böden (Fliesen, Laminat, versiegeltes Parkett, PVC).
- Küchenoberflächen (Arbeitsplatten, Schrankfronten).
- Möbel (lackiertes Holz, Kunststoff).
- Fensterrahmen und Türen.
- Sanitäranlagen (für die tägliche Reinigung von Waschbecken und Armaturen).
4. Was ein Allzweckreiniger NICHT kann (Grenzen)
Obwohl er „Allzweck“ heißt, gibt es zwei Dinge, gegen die er meist machtlos ist:
- Kalk: Um Kalkschleier oder Urinstein zu lösen, benötigt man Säure (z. B. Zitronensäure oder Essig). Allzweckreiniger sind meist neutral/alkalisch und lösen Kalk daher kaum. Dafür braucht man einen speziellen Badreiniger.
- Starke Desinfektion: Er entfernt zwar Keime mechanisch durch das Abwischen, tötet sie aber in der Regel nicht ab.
- Empfindliche Oberflächen: Unbehandeltes Holz oder sehr empfindlicher Naturstein (wie Marmor) können durch die Inhaltsstoffe angegriffen werden. Hier sollte man vorsichtig dosieren oder Spezialreiniger nutzen.
5. Formen des Allzweckreinigers
- Konzentrat: Die klassische Flasche. Man gibt einen Spritzer (ca. 20–50 ml) in einen Eimer mit warmem Wasser. Das ist ökologisch und ökonomisch am sinnvollsten.
- Sprühreiniger (Ready-to-use): Bereits verdünnt in einer Sprühflasche. Praktisch für das schnelle Abwischen zwischendurch (z. B. den Küchentisch).
Fazit
Ein Allzweckreiniger ist die Basis für jeden Haushalt. Mit ihm lassen sich ca. 80 % aller Verschmutzungen (Staub, Fett, Straßendreck) sicher entfernen. Für die restlichen 20 % (Kalk im Bad oder eingebranntes Fett im Ofen) benötigt man meist spezialisierte Reiniger.