Welche Materialien dürfen nicht mit Allzweckreiniger gereinigt werden?
Obwohl der Name suggeriert, dass man ihn für alles verwenden kann, ist Allzweckreiniger (oft leicht alkalisch und mit Tensiden versetzt) für einige empfindliche Oberflächen ungeeignet. Die Inhaltsstoffe können Materialien austrocknen, verfärben oder die Schutzschicht angreifen.
Hier sind die wichtigsten Materialien, bei denen Sie vorsichtig sein sollten:
1. Echtes Leder
Leder (z. B. bei Sofas, Autositzen oder Jacken) ist ein organisches Material, das Eigenfette benötigt, um geschmeidig zu bleiben.
- Problem: Allzweckreiniger entzieht dem Leder Fett und Feuchtigkeit. Das führt dazu, dass das Leder spröde wird, reißt oder ausbleicht.
- Alternative: Spezielle Lederseife oder Pflegemittel auf Wachs-/Ölbasis.
2. Unbehandeltes oder geöltes Holz
Holzoberflächen, die nicht versiegelt (lackiert) sind, sind sehr saugfähig.
- Problem: Die im Reiniger enthaltene Flüssigkeit dringt tief in die Poren ein und lässt das Holz aufquellen. Zudem lösen die Tenside die schützende Öl- oder Wachsschicht ab.
- Alternative: Nur nebelfeucht mit Wasser abwischen oder spezielle Holzpflegemittel verwenden.
3. Natursteine (Marmor, Granit, Kalkstein)
Viele Allzweckreiniger enthalten Zitronensäure oder Essig (um Kalk zu lösen).
- Problem: Säure zerfrisst den Kalk im Naturstein. Die Oberfläche wird stumpf, bekommt Flecken oder wird sogar rau und porös. Auch zu starke Laugen können den Glanz ruinieren.
- Alternative: Spezieller pH-neutraler Steinreiniger oder nur klares Wasser.
4. Bildschirme und Displays
TV-Geräte, Laptops, Tablets und Smartphones haben oft beschichtete Oberflächen (z. B. Anti-Reflexions-Schichten).
- Problem: Die chemischen Tenside und Alkohole im Allzweckreiniger können die empfindliche Beschichtung ablösen oder eintrüben.
- Alternative: Ein trockenes oder ganz leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch; bei starker Verschmutzung spezieller Displayreiniger.
5. Acrylglas (Plexiglas)
Acrylglas ist viel empfindlicher als herkömmliches Glas.
- Problem: Viele Allzweckreiniger enthalten Alkohol oder Lösungsmittel. Diese verursachen beim Acrylglas winzige "Spannungsrisse", wodurch das Material blind und brüchig wird.
- Alternative: Wasser mit einem Tropfen mildem Spülmittel und ein weiches Tuch.
6. Aluminium
Aluminium ist ein unedles Metall, das empfindlich auf starke Laugen oder Säuren reagiert.
- Problem: Es kann zu chemischen Reaktionen kommen, die das Metall dunkel verfärben oder "blind" machen (Oxidation).
- Alternative: Neutrale Reiniger oder spezielle Metallpolituren.
7. Teppiche und Textilien
Zwar kann man Flecken punktuell behandeln, aber zur großflächigen Reinigung ist Allzweckreiniger ungeeignet.
- Problem: Er schäumt oft zu stark und lässt sich nur schwer wieder auswaschen. Die Rückstände im Gewebe ziehen Schmutz später umso schneller an ("Wiederanschmutzungseffekt").
- Alternative: Polster- oder Teppichschaum.
Goldene Regeln zur Sicherheit:
- Materialtest: Testen Sie den Reiniger immer erst an einer unauffälligen Stelle.
- Dosierung: Viel hilft nicht viel. Zu hohe Konzentrationen hinterlassen klebrige Schlieren.
- Etikett lesen: Prüfen Sie, ob der Reiniger säurehaltig ist (oft bei "Frische-Duft" wie Zitrone oder Essig der Fall). Diese sind besonders gefährlich für Kalkstein und Metalle.