Warum wird Kindern und Jugendlichen vom Konsum von Energy-Drinks abgeraten?

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Der Konsum von Energy-Drinks wird für Kinder und Jugendliche von Experten, Kinderärzten und Verbraucherschützern kritisch gesehen. Die Hauptgründe dafür liegen in der spezifischen Zusammensetzung der Getränke und der Tatsache, dass der kindliche Organismus anders auf diese Stoffe reagiert als der eines Erwachsenen.

Hier sind die wichtigsten Gründe im Detail:

1. Hoher Koffeingehalt

Dies ist das Hauptproblem. Eine herkömmliche Dose (250 ml) enthält meist etwa 80 mg Koffein – das entspricht etwa zwei Tassen Espresso. Große 500-ml-Dosen enthalten entsprechend die doppelte Menge.

  • Geringeres Körpergewicht: Da Kinder und Jugendliche weniger wiegen, wirkt das Koffein viel stärker. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, dass Jugendliche nicht mehr als 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag zu sich nehmen sollten. Bei einem 50 kg schweren Jugendlichen ist dieses Limit oft schon mit einer großen Dose überschritten.
  • Herz-Kreislauf-System: Koffein kann bei jungen Menschen Herzrasen, Herzrhythmusstörungen und einen Anstieg des Blutdrucks verursachen.

2. Massive Zuckermengen

Energy-Drinks sind wahre „Zuckerbomben“. Eine 500-ml-Dose enthält oft bis zu 60 Gramm Zucker (ca. 20 Stück Würfelzucker).

  • Übergewicht: Der regelmäßige Konsum fördert Adipositas.
  • Zahngesundheit: Die Kombination aus viel Zucker und Säure greift den Zahnschmelz massiv an und fördert Karies.
  • Diabetesrisiko: Ein dauerhaft hoher Zuckerkonsum steigert das Risiko für Typ-2-Diabetes.

3. Auswirkungen auf Nervensystem und Schlaf

Koffein blockiert die Rezeptoren für Adenosin, einen Stoff, der dem Körper Müdigkeit signalisiert.

  • Schlafstörungen: Jugendliche benötigen viel Schlaf für ihre Entwicklung. Energy-Drinks führen oft zu Einschlafproblemen und mindern die Schlafqualität.
  • Psychische Effekte: Übermäßiger Konsum kann zu Nervosität, innerer Unruhe, Angstzuständen und Reizbarkeit führen.
  • Konzentrationsabfall: Nach dem kurzen „Energy-Kick“ folgt oft ein tiefes Leistungsloch, was kontraproduktiv für die Schule ist.

4. Bedenkliche Inhaltsstoffe in Kombination

Neben Koffein enthalten die Getränke oft Stoffe wie Taurin, Glucuronolacton oder Inosit.

  • Zwar sind diese Stoffe einzeln in moderaten Mengen oft unbedenklich, aber es fehlen Langzeitstudien darüber, wie sie im Körper von Jugendlichen in Kombination mit hohen Dosen Koffein wirken (sogenannter „Cocktail-Effekt“). Es gibt Hinweise, dass diese Mischung die negativen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System verstärken kann.

5. Risiko bei Sport und Dehydrierung

Viele Jugendliche nutzen Energy-Drinks als Durstlöscher beim Sport. Das ist gefährlich, da Koffein eine leicht entwässernde Wirkung hat und den Körper bei körperlicher Anstrengung zusätzlich belastet, anstatt ihn mit nötiger Flüssigkeit und Elektrolyten zu versorgen.

6. Maskierungseffekt bei Alkohol

Ältere Jugendliche mischen Energy-Drinks oft mit Alkohol (z. B. Wodka-Energy). Das Koffein überdeckt die dämpfende Wirkung des Alkohols. Man fühlt sich wacher und fitter, als man tatsächlich ist, was zu einer gefährlichen Selbstüberschätzung, erhöhter Risikobereitschaft und einer möglichen Alkoholvergiftung führen kann.

Zusammenfassung

Da sich der Körper und das Gehirn in der Pubertät noch in einer sensiblen Entwicklungsphase befinden, können die aufputschenden Substanzen das natürliche Gleichgewicht massiv stören. Verbraucherschützer fordern deshalb immer wieder ein Abgabeverbot von Energy-Drinks an Minderjährige (ähnlich wie in einigen anderen EU-Ländern bereits umgesetzt).