Warum werden Prepaid-Guthabenkarten oft nicht für Kautionszahlungen bei Mietwagen akzeptiert?

Melden

Dass Mietwagenfirmen Prepaid-Guthabenkarten (und oft auch reine Debitkarten) für die Kaution ablehnen, hat vor allem mit der Risikoabsicherung und der technischen Funktionsweise der Karten zu tun.

Hier sind die wichtigsten Gründe im Detail:

1. Fehlender Kreditrahmen (Bonitätsnachweis)

Eine echte Kreditkarte (Credit) ist für den Vermieter ein Vertrauensbeweis der Bank. Die Bank hat die Kreditwürdigkeit des Kunden geprüft und gewährt ihm einen Verfügungsrahmen.

  • Prepaid-Karte: Hier kann jeder eine Karte erwerben, oft ohne Bonitätsprüfung. Für den Vermieter ist das ein Risiko, da er nicht sicher sein kann, ob der Kunde im Falle eines größeren Schadens zahlungsfähig ist.

2. Das Problem mit der „Blockierung“ (Pre-Authorization)

Wenn du ein Auto mietest, wird die Kaution normalerweise auf der Karte „geblockt“, aber nicht sofort abgebucht.

  • Echte Kreditkarte: Die Bank garantiert dem Vermieter den Betrag X. Dieser Betrag belegt den Kreditrahmen, aber es fließt noch kein Geld. Wenn das Auto heil zurückkommt, wird der Block einfach gelöscht.
  • Prepaid-Karte: Viele Prepaid-Systeme unterstützen diese „Pre-Authorization“ technisch nicht oder nur eingeschränkt. Da nur vorhandenes Guthaben genutzt werden kann, müsste der Betrag oft echt abgebucht werden. Das verursacht Gebühren beim Hin- und Herschieben und führt zu Problemen, wenn das Guthaben für die Transaktionsgebühren nicht ausreicht.

3. Deckung unvorhersehbarer Kosten

Die Kaution deckt meist nur die Selbstbeteiligung im Schadensfall ab. Es können aber Zusatzkosten entstehen:

  • Strafzettel (Blitzer, Falschparken), die erst Wochen später eintreffen.
  • Reinigungskosten bei starker Verschmutzung.
  • Nachbetankungsgebühren. Bei einer echten Kreditkarte kann der Vermieter diese Beträge innerhalb des Kreditrahmens oft noch nachträglich belasten. Bei einer Prepaid-Karte ist das Guthaben nach der Rückgabe der Kaution oft sofort wieder bei Null, und der Vermieter bleibt auf den Kosten sitzen.

4. Offline-Transaktionen

In manchen Fällen (z. B. in Gebieten mit schlechter Internetverbindung oder bei bestimmten Maut-Systemen) werden Zahlungen „offline“ autorisiert. Echte Kreditkarten erlauben das bis zu einem gewissen Grad. Prepaid-Karten erfordern zwingend eine Online-Abfrage des Guthabens in Echtzeit. Schlägt diese fehl, bekommt der Vermieter kein Geld.

5. Identitätsprüfung

Echte Kreditkarten sind fast immer personengebunden und erfordern eine Identifizierung (PostIdent/VideoIdent). Prepaid-Karten (besonders die, die man im Supermarkt kaufen kann) können teilweise anonym oder mit geringeren Hürden erworben werden. Für Vermieter ist die Karte ein wichtiges Instrument, um die Identität des Mieters sicherzustellen.


Was ist der Unterschied zu Debitkarten?

Viele Reisende verwechseln Prepaid-Karten mit Debitkarten (wie die normale Visa/Mastercard der Direktbanken oder die Girocard).

  • Debitkarten werden immer häufiger akzeptiert, aber oft nur unter Bedingungen (z. B. Abschluss einer Zusatzversicherung ohne Selbstbeteiligung direkt beim Vermieter).
  • Prepaid-Karten (die man erst aufladen muss) werden hingegen fast kategorisch abgelehnt.

Fazit & Tipp

Wenn du einen Mietwagen buchen möchtest, solltest du unbedingt eine echte Kreditkarte mit hochgeprägten Ziffern besitzen, auf der der Name des Hauptfahrers steht.

Tipp: Prüfe vor der Reise in den Mietbedingungen (AGB) des Anbieters unter dem Punkt „Zahlungsmittel“ oder „Kaution“. Dort steht explizit, ob Debit- oder Prepaidkarten akzeptiert werden. Im Zweifelsfall führt kein Weg an einer echten Kreditkarte vorbei, um nicht am Schalter stehen gelassen zu werden.

0