Warum verklebt Weichspüler häufig die Sensoren von modernen Wäschetrocknern?
Dass Weichspüler die Sensoren von modernen Wäschetrocknern „verkleben“ oder beeinträchtigen, liegt an der chemischen Zusammensetzung des Weichspülers und der Funktionsweise der Feuchtigkeitssensoren.
Hier ist die detaillierte Erklärung:
1. Wie die Sensoren funktionieren
Die meisten modernen Trockner messen den Trocknungsgrad über die elektrische Leitfähigkeit. Dafür befinden sich im Inneren der Trommel (meist an den Mitnehmerrippen oder unter der Türöffnung) zwei Metallkontakte (Sensoren).
- Feuchte Wäsche leitet Strom gut.
- Trockene Wäsche leitet Strom schlecht. Der Trockner misst ständig den Widerstand. Wenn der Widerstand einen gewissen Schwellenwert erreicht, „weiß“ das Gerät, dass die Wäsche trocken ist, und beendet das Programm.
2. Was der Weichspüler macht
Weichspüler enthalten sogenannte kationische Tenside sowie Fettstoffe und Silikone. Diese legen sich wie ein hauchdünner, schmieriger Film um die Textilfasern, um sie geschmeidig zu machen und statische Aufladung zu verhindern.
3. Das Problem: Die Isolierschicht
Während des Trocknungsvorgangs reibt die Wäsche an den Metallkontakten der Sensoren. Dabei passiert Folgendes:
- Übertragung: Die im Weichspüler enthaltenen Fette und Silikone werden durch die Wärme und die mechanische Reibung von der Kleidung auf die Metallsensoren übertragen.
- Isolierung: Mit der Zeit bildet sich auf den Sensoren ein unsichtbarer, wasserabweisender und elektrisch isolierender Film.
- Fehlmessung: Da dieser Film den Stromfluss behindert, misst der Sensor einen sehr hohen Widerstand – genau so, als wäre die Wäsche bereits staubtrocken.
4. Die Folge
Der Trockner erhält das Signal: „Widerstand hoch = Wäsche trocken“. In der Folge bricht der Trockner das Programm vorzeitig ab, obwohl die Wäsche im Inneren tatsächlich noch klamm oder sogar feucht ist. Der Nutzer wundert sich dann, warum das „Schranktrocken“-Programm nach 20 Minuten beendet ist, die Wäsche aber noch feucht im Gerät liegt.
Was kann man dagegen tun?
- Sensoren reinigen: Man sollte die Metallsensoren regelmäßig mit einem Tuch und etwas Essigreiniger oder Reinigungsalkohol abwischen. Das löst den Fettfilm und die Sensoren arbeiten wieder korrekt.
- Weichspüler weglassen: Wenn die Wäsche ohnehin in den Trockner kommt, ist Weichspüler eigentlich überflüssig. Die Bewegung im warmen Luftstrom („Walkeffekt“) macht die Wäsche von Natur aus weich, da die Trockenstarre der Fasern gebrochen wird.
- Essig statt Weichspüler: Ein Schuss heller Tafelessig im Weichspülerfach der Waschmaschine löst Kalk, macht die Wäsche weich und hinterlässt keine isolierenden Rückstände auf den Sensoren.
- Trocknerbälle: Diese können im Trockner helfen, die Wäsche mechanisch aufzulockern, ohne chemische Rückstände zu hinterlassen.
Zusatzinfo: Neben den Sensoren kann Weichspüler bei Wärmepumpentrocknern auch die feinen Lamellen des Wärmetauschers oder die Flusensiebe zusetzen, da die klebrigen Rückstände die Flusen binden und so den Luftstrom behindern, was die Effizienz des Geräts senkt.