Warum verfärbt sich heller Fugenmörtel in der Dusche mit der Zeit gelblich oder dunkel?
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Dass sich heller Fugenmörtel (meist auf Zementbasis) in der Dusche mit der Zeit gelblich, bräunlich oder dunkel verfärbt, ist ein verbreitetes Problem. Da Fugen im Gegensatz zu Fliesen eine offenporige Struktur haben, wirken sie wie ein Magnet für Ablagerungen.
Hier sind die Hauptgründe für die Verfärbungen:
1. Seifenreste und Körperfette (Kalkseife)
Dies ist die häufigste Ursache für gelbliche bis gräuliche Verfärbungen.
- Beim Duschen mischen sich Reste von Duschgel, Shampoo und Conditioner mit Hautfetten und dem Kalk im Wasser.
- Es entsteht die sogenannte Kalkseife. Diese legt sich als klebriger Film in die Poren der Fuge und härtet dort aus. Da dieser Film klebrig ist, zieht er weiteren Schmutz und Staub an.
2. Kalkablagerungen und Urinstein
- Kalk: In Regionen mit hartem Wasser lagert sich Kalk auf und in den Fugen ab. Kalk selbst ist weißlich, aber seine raue Oberfläche fängt Schmutzpartikel und Rostpartikel aus den Leitungen ein, was zu gelblichen oder bräunlichen Flecken führt.
- Urin: Auch wenn man es ungern zugibt: Wenn in der Dusche uriniert wird, kann der darin enthaltene Urinstoff zusammen mit Kalk zu hartnäckigem, gelbem Urinstein in den Fugen führen.
3. Bakterienbildung (Serratia marcescens)
Haben die Fugen einen rosa-orangen oder gelblichen Schimmer?
- Dahinter steckt oft das Bakterium Serratia marcescens. Es gedeiht besonders gut in feuchten Umgebungen und ernährt sich von Phosphaten und Fetten in Seifenrückständen.
- Diese Verfärbung ist oft glitschig und lässt sich meist oberflächlich abwischen, wandert aber mit der Zeit tief in die Fuge.
4. Schimmelpilze
Dunkle bis schwarze Flecken sind fast immer ein Zeichen von Schimmel.
- Schimmelpilze lieben das feucht-warme Klima in der Dusche.
- Da Zementfugen Feuchtigkeit aufsaugen und lange speichern, bieten sie den idealen Nährboden, besonders wenn die Dusche nach der Benutzung nicht abgezogen oder der Raum nicht ausreichend gelüftet wird.
5. Oxidation und Mineralien im Leitungswasser
- Manchmal enthält Leitungswasser Spuren von Eisen oder Mangan. Diese Mineralien können oxidieren (ähnlich wie Rost) und die hellen Fugen über Monate hinweg gelblich oder bräunlich einfärben.
6. Falsche Reinigungsmittel
- Säurehaltige Reiniger (wie Essigreiniger), die zu lange einwirken, können das Bindemittel im Zementmörtel angreifen. Die Fuge wird dadurch noch poröser und rauer, was dazu führt, dass Schmutz in Zukunft noch tiefer und schneller eindringen kann.
Was kann man dagegen tun?
- Vorbeugen (Der wichtigste Schritt): Nach jedem Duschen die Fliesen und Fugen mit einem Abzieher trocknen und kurz mit einem Tuch nachwischen. Lüften ist essenziell.
- Imprägnieren: Es gibt spezielle Fugenimprägnierungen. Diese dringen in die Poren ein und versiegeln sie, sodass Wasser und Fett nicht mehr aufgesaugt werden können.
- Reinigung:
- Gegen Fett/Seife: Ein alkalischer Reiniger oder eine Paste aus Backpulver und Wasser (mit einer Zahnbürste einarbeiten).
- Gegen Kalk: Ein milder Badreiniger (die Fugen vorher mit klarem Wasser wässern, damit die Säure nicht in den Zement einzieht).
- Gegen Schimmel: Alkoholhaltige Reiniger oder spezieller Schimmelentferner.
- Dampfreiniger: Heißer Wasserdampf löst Fett und Bakterien oft sehr effektiv aus den Poren, ohne die Chemie-Keule schwingen zu müssen.
Pro-Tipp: Wenn die Verfärbungen extrem tief sitzen, hilft oft nur noch eine Fugenauffrischung (eine Art „Farbe“ für Fugen) oder das vorsichtige Auskratzen der obersten Schicht und anschließendes Neu-Verfugen.