In welchen Bereichen muss Fugenmörtel zwingend wasserabweisend sein?
In Bereichen, in denen Oberflächen regelmäßig oder dauerhaft Feuchtigkeit, Wasser oder Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, ist die Verwendung von wasserabweisendem Fugenmörtel (oft als „hydrophobiert“ bezeichnet) technisch zwingend erforderlich.
Hier sind die wichtigsten Bereiche im Detail:
1. Außenbereiche (Balkone, Terrassen, Fassaden)
Dies ist der kritischste Bereich. Wasserabweisender Fugenmörtel ist hier ein Muss, um Frostschäden zu verhindern.
- Warum? Dringt Wasser in die Fuge ein und gefriert im Winter, dehnt es sich aus und sprengt den Mörtel oder sogar die Fliesen ab.
- Zusatzeffekt: Er verhindert die Bildung von Algen, Moos und Ausblühungen (weiße Kalkschleier).
2. Duschen und Nasszellen (Badezimmer)
Überall dort, wo direktes Spritzwasser auftritt, muss der Mörtel wasserabweisend sein.
- Warum? Klassischer Zementmörtel saugt Wasser wie ein Schwamm auf. Ein wasserabweisender Mörtel (meist mit Abperleffekt) sorgt dafür, dass das Wasser oberflächlich abläuft und nicht in die Unterkonstruktion (Estrich/Wand) gelangt.
- Hygiene: Da weniger Feuchtigkeit im Material verbleibt, wird die Gefahr von Schimmelbildung in den Fugen massiv reduziert.
3. Schwimmbäder und Wellnessbereiche
Hier herrscht oft eine dauerhafte Wasserbelastung (Druckwasser).
- Warum? In diesen Bereichen werden häufig Spezialmörtel auf Epoxidharzbasis oder hochvergütete zementäre Mörtel eingesetzt. Sie müssen absolut wasserdicht und oft auch chemikalienbeständig (wegen Chlor) sein.
4. Küchen (insbesondere gewerblich)
In Privathaushalten reicht wasserabweisender Mörtel hinter dem Herd/Spüle; in Großküchen ist er Vorschrift.
- Warum? Durch das häufige Reinigen mit viel Wasser und Reinigungsmitteln würde normaler Mörtel schnell ausgewaschen und brüchig werden. Zudem verhindert die Wasserabweisung, dass Fette und Speisereste in die Fuge einziehen (Keimbildung).
5. Bereiche mit hoher mechanischer Reinigung
In öffentlichen Gebäuden oder Krankenhäusern, wo Böden mit Reinigungsmaschinen und viel Wasser gesäubert werden.
- Warum? Die Kapillaraufnahme muss minimiert werden, damit das Schmutzwasser nicht tief in das Fugengitter eindringt.
Wichtige technische Unterscheidung
Man unterscheidet beim Kauf oft nach den Klassifizierungen gemäß DIN EN 13888:
- CG2 W: Das „W“ steht für reduzierte Wasseraufnahme (wasserabweisend). Dies ist der Standard für Bad und Balkon.
- RG: Reaktionsharzmörtel (Epoxidharz). Dieser ist nicht nur wasserabweisend, sondern wasserdicht und chemikalienresistent. Er wird zwingend in Pools oder Laboren eingesetzt.
Zusammenfassend: Zwingend erforderlich ist wasserabweisender Mörtel überall dort, wo Frostgefahr besteht (außen) oder stehendes/fließendes Wasser (Duschen, Pools) die Bausubstanz gefährden könnte.