Warum sollten Liebesknochen nicht bei bestehenden Entzündungen oder Verletzungen im Intimbereich verwendet werden?

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Die Verwendung von Liebesknochen (auch Beckenbodentrainingskugeln oder Geisha-Kugeln genannt) bei bestehenden Entzündungen oder Verletzungen im Intimbereich ist aus mehreren medizinischen und hygienischen Gründen kontraindiziert.

Hier sind die wichtigsten Gründe, warum man in diesen Fällen darauf verzichten sollte:

1. Infektionsgefahr und Bakterienverschleppung

Wenn die Schleimhaut bereits entzündet oder verletzt ist (z. B. durch kleine Risse, eine Pilzinfektion oder bakterielle Vaginose), ist die natürliche Schutzbarriere der Vagina gestört.

  • Eindringen von Keimen: Durch das Einführen der Kugeln können Bakterien von außen oder von der Oberfläche der Kugeln tiefer in das Gewebe oder sogar in die Gebärmutter gelangen.
  • Nährboden: Auch wenn die Kugeln gereinigt wurden, können sich in mikroskopisch kleinen Kratzern auf dem Material Keime ansammeln, die eine bestehende Infektion verschlimmern.

2. Mechanische Reizung

Entzündetes Gewebe ist stark durchblutet, geschwollen und extrem empfindlich.

  • Reibung: Die Bewegung der Kugeln (die ja gewollt ist, um die Muskulatur zu stimulieren) verursacht mechanische Reibung. Diese Reibung reizt die ohnehin schon empfindliche Schleimhaut zusätzlich und kann bestehende Wunden wieder aufreißen oder vergrößern.
  • Schmerzen: Was normalerweise angenehm sein sollte, kann bei einer Entzündung starke Schmerzen oder ein unangenehmes Brennen verursachen.

3. Verzögerung des Heilungsprozesses

Damit Verletzungen (wie z. B. Geburtsverletzungen oder kleine Risse nach dem Geschlechtsverkehr) heilen können, benötigt das Gewebe Ruhe.

  • Fremdkörperreiz: Ein Fremdkörper im Inneren stört die Regeneration der Zellen.
  • Ödem-Bildung: Die Belastung durch das Gewicht der Kugeln kann die Schwellung im entzündeten Bereich verstärken.

4. Risiko einer aufsteigenden Infektion

Besonders bei Entzündungen wie einer Blasenentzündung oder einer Scheidenentzündung besteht das Risiko, dass die Erreger durch die mechanische Einwirkung der Kugeln weiter nach oben transportiert werden (z. B. Richtung Muttermund oder Harnröhre), was im schlimmsten Fall zu einer Nierenbeckenentzündung oder einer Gebärmutterentzündung führen kann.

5. Veränderung des pH-Werts

Bei einer Infektion ist das saure Milieu der Vagina (der natürliche Schutzwert) meist ohnehin gestört. Das Material der Kugeln oder auch verwendete Gleitmittel können den pH-Wert zusätzlich beeinflussen und es den Krankheitserregern noch leichter machen, sich zu vermehren.


Was sollte man tun?

  1. Heilung abwarten: Benutzen Sie die Liebesknochen erst wieder, wenn alle Symptome (Rötung, Juckreiz, Ausfluss, Schmerzen) vollständig abgeklungen sind.
  2. Ärztliche Abklärung: Bei anhaltenden Beschwerden oder unklaren Verletzungen sollte ein Frauenarzt oder eine Frauenärztin aufgesucht werden.
  3. Hygiene nach der Heilung: Reinigen Sie die Kugeln vor der ersten Benutzung nach der Infektion besonders gründlich mit speziellem Toy-Cleaner oder milder, parfümfreier Seife, um eine Neuinfektion ("Ping-Pong-Effekt") zu vermeiden.

Fazit: Die Gesundheit der Schleimhäute hat Vorrang. Das Training des Beckenbodens ist wichtig, sollte aber nur auf gesundem Gewebe stattfinden.