Warum sollten Kleinkinder keine größeren Mengen an Mohnschnecken essen?

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Dass Kleinkinder keine größeren Mengen an Mohnschnecken oder anderen mohnhaltigen Speisen essen sollten, hat einen ernsten gesundheitlichen Hintergrund: den Gehalt an Opium-Alkaloiden wie Morphin und Codein.

Hier sind die wichtigsten Gründe im Detail:

1. Rückstände von Morphin und Codein

Mohnsamen selbst enthalten von Natur aus kaum Alkaloide. Allerdings können sie bei der Ernte mit dem milchigen Saft der Mohnkapsel verunreinigt werden, der hohe Mengen an Morphin (ein starkes Schmerzmittel) und Codein enthält. Je nach Erntemethode und Mohnsorte kann die Belastung der Samen sehr unterschiedlich hoch sein.

2. Geringes Körpergewicht von Kleinkindern

Da Kleinkinder ein viel geringeres Körpergewicht haben als Erwachsene, erreichen sie viel schneller eine Dosis, die eine pharmakologische Wirkung im Körper auslöst. Schon kleine Mengen Morphin können bei einem Kind Nebenwirkungen hervorrufen, die bei einem Erwachsenen noch unbemerkt blieben.

3. Mögliche gesundheitliche Auswirkungen

Wenn ein Kleinkind zu viel Mohn isst, können Symptome auftreten, die einer leichten Überdosierung von Schmerzmitteln ähneln:

  • Starke Schläfrigkeit und Benommenheit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindelgefühl
  • Atemnot oder verlangsamte Atmung (in extremen Fällen, da Morphin das Atemzentrum dämpft)

4. Unklare Belastungswerte in Backwaren

Für Verbraucher ist nicht erkennbar, wie stark der verwendete Mohn gereinigt oder vorbehandelt wurde. Zwar senkt Backen oder Waschen den Morphingehalt, aber bei industriell hergestellten Mohnfüllungen (wie sie oft in Mohnschnecken vom Bäcker oder aus dem Supermarkt zu finden sind) können die Werte dennoch schwanken.

Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR):

Das BfR rät zur Vorsicht bei der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern. Zwar ist eine kleine Ecke einer Mohnschnecke in der Regel kein Grund zur Panik, aber:

  • Keine ganzen Mohnschnecken für Kinder unter 3 Jahren.
  • Mohnkuchen oder Mohnpielen sollten nicht regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.
  • Kein Mohn für Säuglinge: Babys sollten gar keinen Mohn essen.

Fazit: Ein kleiner Bissen zum Probieren ist meist unbedenklich, aber als ganze Mahlzeit oder in großen Mengen ist die Mohnschnecke aufgrund der unvorhersehbaren Morphin-Belastung für Kleinkinder nicht geeignet.

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