Warum sollte vor der Einnahme von Eisen-Präparaten zwingend ein Bluttest durchgeführt werden?

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Die Einnahme von Eisenpräparaten auf „gut Glück“ oder nur aufgrund von Symptomen wie Müdigkeit ist riskant. Ein Bluttest vorab ist aus mehreren medizinischen Gründen zwingend erforderlich:

1. Gefahr der Eisenüberladung (Toxizität)

Im Gegensatz zu vielen anderen Mineralstoffen oder Vitaminen hat der menschliche Körper keinen aktiven Ausscheidungsmechanismus für überschüssiges Eisen.

  • Wird mehr Eisen aufgenommen, als benötigt wird, lagert es sich in den Organen ab (vor allem in Leber, Herz und Bauchspeicheldrüse).
  • Dies kann zu schweren Organschäden, Leberzirrhose, Diabetes oder Herzinsuffizienz führen.

2. Ausschluss der Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose)

Einige Menschen (etwa 1 von 200 bis 400 in Europa) leiden an einer unentdeckten genetischen Veranlagung, bei der der Körper viel zu viel Eisen aus der Nahrung aufnimmt. Werden hier zusätzlich Präparate eingenommen, kann dies lebensgefährliche Folgen haben. Ein Bluttest erkennt die erhöhte Sättigung sofort.

3. Differenzialdiagnose: Ist es wirklich Eisenmangel?

Müdigkeit, Blässe und Konzentrationsschwäche sind unspezifische Symptome. Sie können auch durch andere Ursachen hervorgerufen werden, wie:

  • Vitamin-B12- oder Folsäuremangel.
  • Schilddrüsenunterfunktion.
  • Chronische Infektionen oder Entzündungen.
  • Psychische Belastungen (Burnout, Depression). Wenn die Ursache kein Eisenmangel ist, hilft das Präparat nicht, belastet aber den Körper unnötig.

4. Suche nach der Ursache des Mangels

Ein Eisenmangel ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Wenn ein Bluttest einen Mangel bestätigt, muss der Arzt klären, warum er besteht:

  • Ist es die Ernährung?
  • Gibt es unbemerkte Blutungen (z. B. Magengeschwüre, Polypen oder im schlimmsten Fall Darmkrebs)?
  • Liegt eine Aufnahmestörung vor (z. B. Zöliakie)? Wer einfach nur Tabletten schluckt, überdeckt eventuell ein gefährliches Warnsignal des Körpers.

5. Bestimmung des Schweregrades (Dosierung)

Ein Bluttest zeigt nicht nur den Eisenwert im Blut (Serum-Eisen), sondern vor allem den Ferritin-Wert (den gefüllten Eisenspeicher) und den Hämoglobin-Wert.

  • Nur so kann die richtige Dosis festgelegt werden.
  • Ein leichter Mangel kann oft über die Ernährung korrigiert werden, während ein schwerer Mangel hochdosierte Tabletten oder sogar Infusionen benötigt.

6. Vermeidung unnötiger Nebenwirkungen

Eisenpräparate sind bekannt dafür, häufig Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt zu verursachen (Verstopfung, Magenschmerzen, Übelkeit, schwarzer Stuhl). Es wäre unnötig, diese Beschwerden in Kauf zu nehmen, wenn gar kein Mangel vorliegt.


Fazit: Eisen ist ein zweischneidiges Schwert: Es ist lebensnotwendig für den Sauerstofftransport, wirkt aber in freier Form im Körper als Zellgift und fördert oxidativen Stress. Gehen Sie daher immer zuerst zum Arzt und lassen Sie ein „Großes Blutbild“ sowie den „Ferritin-Wert“ bestimmen.

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