Welche Lebensmittel hemmen die Aufnahme von Eisen-Präparaten im Körper?

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Bei der Einnahme von Eisenpräparaten ist die richtige Kombination mit Lebensmitteln entscheidend, da viele Inhaltsstoffe die Aufnahme (Resorption) des Eisens im Darm massiv behindern können.

Hier sind die wichtigsten Lebensmittel und Stoffe, die die Eisenaufnahme hemmen:

1. Kaffee und Tee (Tannine)

Dies ist einer der bekanntesten Hemmstoffe. Die enthaltenen Gerbstoffe (Tannine) binden das Eisen im Magen-Darm-Trakt, sodass es ungenutzt ausgeschieden wird.

  • Betrifft: Schwarztee, Grüntee, Kaffee, Mate-Tee, Rotwein.

2. Milchprodukte (Calcium)

Calcium ist der Gegenspieler von Eisen. Wenn beide gleichzeitig im Darm eintreffen, nutzt der Körper den gleichen Transportweg, wobei Calcium oft bevorzugt wird.

  • Betrifft: Milch, Käse, Joghurt, Quark.

3. Getreide und Hülsenfrüchte (Phytate)

In den Randschichten von Getreide und in Hülsenfrüchten steckt Phytinsäure. Diese geht mit Eisen eine feste Verbindung ein, die der Körper nicht aufspalten kann.

  • Betrifft: Vollkornprodukte, Kleie, Sojaprodukte, Linsen, Bohnen, Nüsse.

4. Bestimmte Gemüsesorten (Oxalsäure)

Oxalsäure bildet mit Eisen schwerlösliche Komplexe.

  • Betrifft: Spinat (obwohl er selbst Eisen enthält, wird dieses kaum aufgenommen), Rhabarber, Mangold, Rote Bete.

5. Cola und Fertiggerichte (Phosphate)

Phosphate in Softdrinks oder Konservierungsstoffen können die Eisenaufnahme ebenfalls verschlechtern.

  • Betrifft: Cola, Schmelzkäse, stark verarbeitete Fleisch- und Wurstwaren.

Praktische Tipps für die Einnahme:

Um die maximale Wirkung Ihres Eisenpräparats zu erzielen, sollten Sie folgende Regeln beachten:

  • Der 2-Stunden-Abstand: Halten Sie zwischen der Einnahme des Eisenpräparats und dem Verzehr der oben genannten Lebensmittel einen Abstand von mindestens ein bis zwei Stunden (vorher und nachher).
  • Nüchterne Einnahme: Am besten wird Eisen etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück aufgenommen. Wenn Sie einen empfindlichen Magen haben, nehmen Sie es etwa zwei Stunden nach einer Mahlzeit ein.
  • Der Vitamin-C-Trick: Vitamin C (Ascorbinsäure) ist der beste "Türöffner" für Eisen. Trinken Sie zum Präparat ein Glas Orangensaft oder nehmen Sie es zusammen mit Obst ein. Vitamin C wandelt das Eisen in eine Form um, die der Körper wesentlich leichter aufnehmen kann.
  • Keine Selbstmedikation mit Antazida: Medikamente gegen Sodbrennen (Antazida) hemmen die Eisenaufnahme extrem, da sie die Magensäure neutralisieren, die für die Eisenaufnahme wichtig ist.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung. Bitte besprechen Sie die Dosierung und Einnahme von Eisenpräparaten immer mit Ihrem Arzt, da eine Überdosierung ebenfalls schädlich sein kann.