Warum schmecken manche TK-Erbsen nach dem Kochen unangenehm mehlig?

Melden

Dass Tiefkühl-Erbsen (TK-Erbsen) manchmal mehlig schmecken, liegt meist nicht an der Lagerung im Gefrierfach, sondern an biologischen Prozessen und dem Erntezeitpunkt.

Hier sind die Hauptgründe für die mehlige Konsistenz:

1. Der Reifegrad (Zucker wird zu Stärke)

Dies ist der wichtigste Grund. Erbsen sind die Samen der Erbsenpflanze. In jungen Erbsen ist viel Zucker enthalten, was sie süß und zart macht. Je länger die Erbse an der Pflanze reift, desto mehr dieses Zuckers wird in Stärke umgewandelt.

  • Junge Erbsen: Hoher Zuckergehalt, dünne Schale, knackig-saftig.
  • Ältere Erbsen: Hoher Stärkegehalt, dicke Schale, mehliges Mundgefühl.

Wenn der Erntezeitpunkt nur um ein oder zwei Tage überschritten wird, verändert sich die Textur bereits spürbar.

2. Die Erbsensorte

Es gibt verschiedene Sorten, die für unterschiedliche Zwecke angebaut werden:

  • Markerbsen: Das sind die typischen TK-Erbsen. Sie haben einen hohen Zuckergehalt und bleiben beim Garen normalerweise zart.
  • Palerbsen (Schalerbsen): Diese Sorten enthalten von Natur aus mehr Stärke. Sie werden oft für Eintöpfe oder als Trockenerbsen verwendet. Gelangen sie (etwa bei günstigen Mischungen) in die Tiefkühlpackung, wirken sie im Vergleich zu Markerbsen mehlig.

3. Die Qualität und der Erntezeitpunkt

Große Hersteller von Markenprodukten (wie z. B. Frosta oder Iglo) nutzen oft sehr enge Zeitfenster für die Ernte. Die Erbsen werden oft innerhalb von nur zwei bis drei Stunden nach der Ernte blanchiert und schockgefrostet. Bei günstigeren Eigenmarken oder minderwertigen Chargen kann es vorkommen, dass:

  • Die Erbsen bei der Ernte schon zu reif waren.
  • Die Erbsen nach der Ernte zu lange ungekühlt lagen (auch hier beginnt sofort der Umbau von Zucker zu Stärke).

4. Die Größe der Erbsen

Oft sind in einer Packung Erbsen unterschiedlicher Größe. Große Erbsen sind meist älter und damit stärkereicher (mehliger) als die kleinen, jungen Erbsen („Extra fein“).

5. Gefrierbrand oder falsche Lagerung

Wenn die Erbsen zwischendurch angetaut sind oder sehr lange im Gefrierfach lagen, verlieren sie Feuchtigkeit. Die Struktur der Stärkekörner verändert sich, und die Schale wird zäh. Das wird dann beim Essen oft als „trocken-mehlig“ wahrgenommen.


Tipps, um mehligem Geschmack vorzubeugen:

  1. Auf die Bezeichnung achten: „Extra fein“ oder „Junger Reis“ deutet auf kleinere, weniger mehlige Erbsen hin.
  2. Kurz garen: Erbsen sollten nur wenige Minuten (2–4 Min.) in kochendem Wasser oder in der Pfanne erhitzt werden. Zu langes Kochen macht die Schale zwar weich, verstärkt aber das matschig-mehlige Gefühl im Inneren.
  3. Qualität wählen: Bei Erbsen lohnt es sich oft, zu den etwas teureren Marken oder Bio-Produkten zu greifen, da hier die Zeitspannen zwischen Ernte und Frostung meist strenger kontrolliert werden.

Was tun, wenn man eine „mehlige“ Packung erwischt hat? Anstatt sie pur als Beilage zu essen, eignen sich diese Erbsen hervorragend für pürierte Suppen oder Erbsenstampf (Mushy Peas). Durch das Pürieren und die Zugabe von etwas Butter oder Sahne fällt die mehlige Textur nicht mehr negativ auf, sondern sorgt sogar für eine gute Bindung.

0