Warum nehmen manche Geschirrtücher Feuchtigkeit nur sehr schlecht auf?
Es gibt mehrere Gründe, warum Geschirrtücher – oft auch ganz neue – Feuchtigkeit eher verteilen als aufsaugen. Hier sind die häufigsten Ursachen und was man dagegen tun kann:
1. Die „Appretur“ bei neuen Tüchern
Neue Geschirrtücher sind im Laden oft mit einer sogenannten Appretur behandelt. Das ist eine chemische Schicht (oft aus Stärke oder Kunstharzen), die dafür sorgt, dass die Tücher im Regal schön glatt, glänzend und griffig aussehen. Diese Schicht wirkt jedoch wasserabweisend.
- Lösung: Neue Tücher müssen mindestens zwei- bis dreimal gewaschen werden, bevor sie ihre volle Saugkraft entfalten.
2. Verwendung von Weichspüler
Das ist der häufigste Fehler im Haushalt. Weichspüler legt sich wie ein dünner Film aus Fett oder Silikon um die Fasern. Das macht das Tuch zwar weich, aber die Faser kann kein Wasser mehr in ihr Inneres lassen – das Wasser perlt regelrecht ab.
- Lösung: Geschirrtücher (und auch Handtücher) grundsätzlich ohne Weichspüler waschen.
3. Das Material
Nicht jedes Material ist gleich saugfähig:
- Reine Baumwolle: Sehr saugfähig, braucht aber ein paar Wäschen.
- Leinen / Halbleinen: Leinen gilt als das beste Material für Geschirrtücher. Es ist extrem saugfähig, fusselfrei und trocknet schnell.
- Mikrofaser: Es gibt spezielle Abtrocken-Mikrofasertücher, aber billige Mikrofasertücher aus dem Supermarkt sind oft eher zum Putzen gedacht und stoßen Wasser eher ab, statt es aufzusaugen.
- Polyester-Anteil: Hat ein Tuch einen hohen Anteil an Kunstfasern (Polyester), sinkt die Saugfähigkeit drastisch.
4. Zu viel Waschmittel oder Kalk
Wenn zu viel Waschmittel verwendet wird oder das Wasser sehr kalkhaltig ist, können die Fasern „verstopfen“ oder verhärten. Die Fasern verlieren ihre Flexibilität und die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen.
- Lösung: Ein Schuss Essig im Weichspülerfach löst Kalk und Seifenreste und macht die Tücher wieder aufnahmefähiger (keine Sorge, der Geruch verfliegt).
5. Bügeln
So paradox es klingt: Zu heißes Bügeln kann die Saugfähigkeit verringern. Durch die Hitze und den Druck werden die Fasern extrem flach gepresst und die Oberfläche „versiegelt“. Das Wasser findet weniger Angriffsfläche, um in das Gewebe einzudringen.
- Tipp: Besonders Leinentücher saugen besser, wenn sie noch eine leichte Restfeuchte haben oder nur leicht gedämpft werden.
6. Fettablagerungen
In der Küche kommen Geschirrtücher oft mit Fettspritzern in Kontakt. Wenn diese bei zu niedrigen Temperaturen gewaschen werden (z. B. nur 30 oder 40 Grad), bleibt ein feiner Fettfilm auf den Fasern zurück, der Wasser abweist.
- Lösung: Geschirrtücher sollten immer bei 60 Grad gewaschen werden, um Fette und Bakterien vollständig zu lösen.
Zusammenfassender Tipp für maximale Saugkraft: Kaufen Sie Tücher aus Halbleinen oder reiner Baumwolle, waschen Sie diese vor dem ersten Gebrauch dreimal bei 60 Grad ohne Weichspüler und verzichten Sie auf das Bügeln bei maximaler Hitze. Wenn die Tücher bereits „imprägniert“ wirken, hilft eine Wäsche mit einem Schuss Essigessenz oft Wunder.