Wie lässt sich verhindern, dass Versandkartons bei Feuchtigkeit an Stabilität verlieren?
Um zu verhindern, dass Versandkartons bei Feuchtigkeit (Regen, hohe Luftfeuchtigkeit, Kondenswasser) instabil werden, gibt es verschiedene Strategien. Diese reichen von der Wahl des richtigen Materials bis hin zu nachträglichen Schutzmaßnahmen.
Hier sind die effektivsten Methoden:
1. Die Wahl des richtigen Kartonmaterials
Nicht alle Wellpappen sind gleich. Die Materialzusammensetzung entscheidet maßgeblich über die Feuchtigkeitsresistenz:
- Kraftliner statt Testliner: Verwenden Sie Kartons mit einer Außenschicht aus Kraftliner. Kraftliner besteht primär aus Frischfasern und ist deutlich widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit und Reißen als Testliner (Recyclingmaterial), dessen Fasern kürzer sind und Wasser schneller aufsaugen.
- Nassfestverleimung: Achten Sie darauf, dass der Karton nassfest verleimt ist. Hierbei werden dem Klebstoff, der die Wellenbahnen mit den Deckbahnen verbindet, Harze zugesetzt, damit sich die Schichten bei Nässe nicht voneinander lösen.
- Zwei- oder dreiwellig: Dickere Kartons (2-wellig oder 3-wellig) behalten ihre statische Form länger bei als einwellige Kartons, selbst wenn die äußere Schicht bereits leicht feucht ist.
2. Spezielle Beschichtungen
Es gibt Kartonagen, die bereits ab Werk behandelt wurden:
- PE-Beschichtung: Eine dünne Polyethylen-Schicht macht den Karton wasserabweisend. (Nachteil: Erschwert das Recycling).
- Wachsbeschichtung: Klassische Methode für den Überseeversand oder für Lebensmittel (z. B. Obstkisten).
- Silikonisierung / Lackierung: Es gibt wasserabweisende Lacke, die auf die Wellpappe aufgetragen werden können.
3. Externe Schutzmaßnahmen (Sekundärverpackung)
Wenn Sie Standardkartons verwenden, müssen Sie diese von außen schützen:
- Stretchen: Wickeln Sie den Karton (oder die gesamte Palette) fest in Stretchfolie ein. Dies ist der gängigste Schutz gegen Regen und Spritzwasser während des Transports.
- Schrumpfhauben: Diese bieten einen fast hermetischen Verschluss und schützen auch vor Kondenswasser.
- Umreifungsbänder aus Kunststoff: Diese sorgen dafür, dass der Karton auch dann noch zusammengehalten wird, wenn das Material durch Feuchtigkeit weicher geworden ist.
4. Schutz von innen
Manchmal kommt die Feuchtigkeit nicht von außen, sondern entsteht durch Temperaturunterschiede (Schwitzwasser) oder durch das Produkt selbst:
- Inliner / PE-Beutel: Packen Sie die Ware in einen wasserdichten Plastikbeutel (Inliner) innerhalb des Kartons. Selbst wenn der Karton aufweicht, bleibt die Ware trocken und die Struktur wird von innen gestützt.
- Trockenmittel (Silica-Gel): Legen Sie Beutel mit Trockenmittel bei, um die Luftfeuchtigkeit im Inneren des Kartons zu regulieren.
5. Verschlussmittel optimieren
Ein instabiler Karton bricht oft an den Verschlussstellen auf:
- Wasserfestes Klebeband: Verwenden Sie Klebebänder mit Naturkautschuk-Kleber oder fadenverstärkte Bänder. Diese haften auch bei Feuchtigkeit besser als billige Acrylat-Kleber.
- Nassklebeband: Dieses verbindet sich beim Anfeuchten unlösbar mit dem Karton und verstärkt die Kanten, was die Gesamtstabilität erhöht.
6. Logistische Maßnahmen
- Palettenmanagement: Lagern Sie Kartons niemals direkt auf dem Boden, um "ziehende Feuchtigkeit" zu vermeiden. Verwenden Sie Kunststoffpaletten statt Holzpaletten, wenn die Umgebung sehr nass ist, da Holz Feuchtigkeit speichert und abgibt.
- Kantenschutzwinkel: Kanten aus gepresster Vollpappe oder Kunststoff verstärken die Ecken, die bei Feuchtigkeit am ehesten einknicken.
Fazit für die Praxis: Für den normalen Versand bei wechselhafter Witterung ist die Kombination aus Kraftliner-Kartons und einer ordentlichen Wicklung mit Stretchfolie die wirtschaftlichste und effektivste Lösung. Für extreme Bedingungen (Seefracht) sollte zusätzlich auf Inliner und Nassfestverleimung gesetzt werden.