Warum muss die Aufbewahrungsdose der Teststreifen nach der Entnahme sofort wieder verschlossen werden?

Melden

Das sofortige Verschließen der Aufbewahrungsdose von Teststreifen (insbesondere bei Blutzuckerteststreifen oder Urinteststreifen) ist aus mehreren chemischen und physikalischen Gründen lebenswichtig für die Messgenauigkeit:

1. Schutz vor Luftfeuchtigkeit (Der wichtigste Grund)

Teststreifen enthalten hochsensible Enzyme (wie Glucose-Oxidase oder Dehydrogenase) und chemische Reagenzien. Diese Stoffe sind hygroskopisch, das heißt, sie ziehen Feuchtigkeit aus der Luft an.

  • Sobald Feuchtigkeit an die Testzone gelangt, startet eine chemische Reaktion oder das Enzym wird zersetzt.
  • Die Folge: Der Teststreifen wird unbrauchbar oder liefert falsche (meist zu niedrige oder zu hohe) Werte, was bei Diabetikern zu gefährlichen Behandlungsfehlern führen kann.

2. Erschöpfung des Trockenmittels

In den Wänden oder im Deckel der Dose ist meist ein Trockenmittel (Sorbit oder Silicagel) eingebaut. Dieses Mittel hat nur eine begrenzte Kapazität.

  • Wenn die Dose offen bleibt, muss das Trockenmittel die gesamte Raumluft entfeuchten. Es ist dann sehr schnell "gesättigt" und kann die restlichen Teststreifen in der Dose nicht mehr vor der natürlichen Luftfeuchtigkeit schützen.

3. Schutz vor Oxidation und Lichteinfall

Einige Reagenzien auf den Teststreifen reagieren empfindlich auf Sauerstoff oder UV-Licht.

  • Längerer Kontakt mit der Umgebungsluft führt zur Oxidation der chemischen Komponenten.
  • Licht kann die Farbstoffe oder Enzyme instabil machen. Die Dose ist deshalb in der Regel blickdicht konstruiert.

4. Vermeidung von Kontamination

In der Luft schwebende Partikel (Staub, Küchendämpfe, Aerosole von Reinigungsmitteln) können sich auf der Sensorfläche absetzen. Da die Messungen im Mikrobereich stattfinden, können kleinste Verunreinigungen die elektrochemische Reaktion stören und Fehlermeldungen am Messgerät auslösen.


Zusammenfassung: Was passiert, wenn man es nicht tut?

Wenn die Dose offen bleibt, altern die Streifen im Zeitraffer. Das Messgerät zeigt dann oft nicht einmal eine Fehlermeldung an, sondern gibt einen falschen Wert aus. Im schlimmsten Fall spritzt sich ein Patient aufgrund eines verfälschten Wertes zu viel oder zu wenig Insulin.

Tipp: Entnehmen Sie den Teststreifen immer mit sauberen, trockenen Fingern und drücken Sie den Deckel sofort wieder fest zu, bis er hörbar einrastet.

0