Warum lösen sich Spülmaschinentabs in Kurzprogrammen oft nicht vollständig auf?
Das Problem, dass sich Spülmaschinentabs in Kurzprogrammen nicht vollständig auflösen, liegt an der speziellen Bauweise der Tabs und der Funktionsweise der Kurzprogramme. Hier sind die Hauptgründe:
1. Zu wenig Zeit (Der Faktor Zeit)
Standard-Spülprogramme laufen meist zwei bis drei Stunden. Ein Tab ist darauf ausgelegt, sich über diesen Zeitraum schrittweise aufzulösen: Erst die äußere Schicht für die Reinigung, dann (zeitverzögert) die Klarspüler-Komponente. In einem Kurzprogramm, das oft nur 30 bis 60 Minuten dauert, reicht die Zeit physikalisch oft nicht aus, um die hochverdichteten Inhaltsstoffe komplett zu verflüssigen.
2. Zu niedrige Temperaturen
Viele Kurzprogramme arbeiten mit niedrigeren Temperaturen (oft nur 40 °C oder 45 °C), um Energie zu sparen oder empfindliches Geschirr zu schützen. Die chemischen Bindemittel und die harten Pressschichten der Tabs benötigen jedoch meist eine konstante Temperatur von mindestens 50–55 °C, um optimal zu schmelzen.
3. Die „Dosierkammer-Falle“
In Kurzprogrammen öffnet sich die Klappe der Dosierkammer oft schon sehr früh. Wenn der Tab dann direkt unten im Maschinenboden landet, aber die Wasserstrahlen ihn nicht optimal treffen oder das Wasser noch nicht heiß genug ist, bleibt er als klebriger Klumpen liegen.
4. Aufbau des Tabs (Multiphase)
Moderne "All-in-One"-Tabs bestehen aus verschiedenen Schichten (Reiniger, Salz-Ersatz, Klarspüler, Glasschutz). Diese Schichten sind so konzipiert, dass sie nacheinander reagieren. Ein Kurzprogramm überspringt oft Phasen oder verkürzt sie so stark, dass die chemische Abfolge der Tab-Auflösung durcheinandergerät.
Was kann man dagegen tun?
- Pulver statt Tabs: In Kurzprogrammen ist klassisches Spülmaschinenpulver deutlich überlegen. Es löst sich sofort auf und beginnt direkt zu reinigen. Zudem lässt es sich für kurze Zyklen niedriger dosieren.
- Gel-Tabs nutzen: Es gibt flüssige Tabs (Caps), die in einer wasserlöslichen Folie stecken. Da der Inhalt bereits flüssig ist, verteilen sie sich schneller als hart gepresste Pulver-Tabs.
- Tab direkt in den Korb legen: Wenn man unbedingt einen Tab im Kurzprogramm nutzen will, kann man versuchen, ihn direkt in den Besteckkorb oder in einen freien Bereich im Unterkorb zu legen. Aber Vorsicht: Dann wird das Reinigungsmittel schon beim ersten Vorspülen (falls vorhanden) weggeschwemmt.
- Temperatur erhöhen: Falls das Kurzprogramm eine Temperaturwahl zulässt, sollte man mindestens 50 °C wählen.
Fazit: Für Kurzprogramme sind herkömmliche, hart gepresste Tabs nicht konzipiert. Wer oft schnell spült, sollte auf Pulver umsteigen – das ist meistens auch günstiger und umweltfreundlicher, da man es besser portionieren kann.