Gibt es ökologische Alternativen zu herkömmlichen chemischen Spülmaschinentabs?
Ja, es gibt mittlerweile viele hervorragende ökologische Alternativen zu herkömmlichen Spülmaschinentabs, die weniger gewässerbelastend sind und auf petrochemische Inhaltsstoffe sowie Mikroplastik verzichten.
Hier sind die besten Möglichkeiten, unterteilt in Fertigprodukte und DIY-Lösungen:
1. Ökologische Fertigprodukte (Tabs & Pulver)
Viele Marken bieten Tabs an, die biologisch abbaubar sind und auf Chlor, Phosphate und synthetische Duftstoffe verzichten.
- Zertifizierte Marken: Achte auf Siegel wie den Blauen Engel, Ecocert oder das EU-Ecolabel. Bekannte Marken sind zum Beispiel Sonett, Sodasan, AlmaWin, Everdrop oder die Eigenmarken von Bioläden.
- Vorteil von Öko-Tabs: Sie nutzen meist Sauerstoffbleiche statt Chlor und pflanzliche Tenside. Viele sind zudem in wasserlöslicher Folie verpackt (wobei man hier darauf achten sollte, dass es sich um biologisch abbaubares PVA handelt) oder kommen ganz ohne Einzelfolie aus.
2. Öko-Spülmaschinenpulver (Die bessere Wahl)
Pulver ist oft ökologischer als Tabs, selbst wenn beide die gleiche Bio-Rezeptur haben:
- Dosierbarkeit: Du kannst das Pulver je nach Verschmutzungsgrad und Beladung dosieren. Das spart Chemikalien.
- Verpackung: Pulver wird oft in großen Pappkartons verkauft, was Plastikmüll spart.
- Effizienz: Es löst sich schneller auf, was besonders bei Kurzprogrammen von Vorteil ist.
3. Spülmittel selbst herstellen (DIY)
Dies ist die günstigste und ökologischste Variante. Du weißt genau, was drin ist.
Einfaches Rezept für Spülmaschinenpulver:
- 300 g Soda (Waschsoda): Löst Fett und Schmutz.
- 300 g Zitronensäure (in Pulverform): Entkalkt und wirkt gegen Wasserflecken.
- 300 g Natron: Unterstützt die Reinigungskraft und neutralisiert Gerüche.
- 100 g Spülmaschinensalz: Hilft bei der Wasserenthärtung (optional im Gemisch, da Salz meist separat ins Fach kommt).
Anwendung: Mische die Zutaten und fülle ca. 1-2 Esslöffel pro Spülgang ins Fach. Wichtig: Bei DIY-Pulver ist es essenziell, dass Klarspüler und Salz in der Maschine immer gut befüllt sind.
4. Die „Peripherie“: Salz und Klarspüler
Oft vergessen wir, dass Tabs meist „All-in-one“ sind. Wenn du auf Öko-Tabs oder Pulver umsteigst, solltest du auch hier auf Nachhaltigkeit achten:
- Spülmaschinensalz: Dies ist reines Kochsalz (NaCl) ohne Zusatze (wie Jod oder Rieselhilfen). Es gibt keinen Grund, hier teure Markenprodukte zu kaufen – das günstige Eigenmarken-Salz ist chemisch gesehen identisch und unbedenklich.
- Öko-Klarspüler: Du kannst herkömmlichen Klarspüler durch hellen Tafelessig oder eine Zitronensäure-Lösung (ca. 2-3 EL Zitronensäure auf 500 ml Wasser) ersetzen. Das verhindert Kalkflecken auf Gläsern ganz natürlich.
Warum lohnt sich der Umstieg?
Herkömmliche Tabs enthalten oft:
- Phosphate: Führen zur Überdüngung von Gewässern (in der EU für Tabs stark reglementiert, aber Alternativen sind oft auch nicht ideal).
- Phosphonate: Schwer biologisch abbaubar.
- Chlorbleiche: Belastet das Abwasser und kann Rückstände am Geschirr hinterlassen.
- Benzotriazol: Ein Silberschutzmittel, das als sehr schwer abbaubar und giftig für Wasserorganismen gilt.
Tipps für ein gutes Ergebnis mit Öko-Alternativen:
- Siebe reinigen: Da Öko-Mittel oft sanfter sind, sollte das Sieb der Maschine regelmäßig manuell gereinigt werden.
- Temperatur: Öko-Tabs brauchen manchmal etwas höhere Temperaturen (mind. 50 Grad), damit die Sauerstoffbleiche und die Enzyme (falls vorhanden) optimal arbeiten können.
- Maschinenpfleger: Statt chemischer Maschinenpfleger reicht es, ab und zu eine halbe Zitrone im Besteckkorb mitzuspülen oder einen Spülgang mit Essigessenz bei hoher Temperatur leer laufen zu lassen.