Welche glutenfreien Alternativen gibt es für herkömmliches Fladenbrot aus Weizen?
Es gibt mittlerweile viele hervorragende glutenfreie Alternativen zu herkömmlichem Weizen-Fladenbrot. Man kann sie in drei Kategorien unterteilen: natürlich glutenfreie Klassiker aus anderen Kulturen, selbstgebackene Varianten und Fertigprodukte.
Hier sind die besten Möglichkeiten:
1. Traditionelle, natürlich glutenfreie Fladenbrote
Viele Kulturen nutzen von Natur aus Getreide- oder Hülsenfruchtarten ohne Gluten:
- Socca / Farinata: Ein französischer bzw. italienischer Fladen aus Kichererbsenmehl, Wasser, Olivenöl und Salz. Er ist sehr proteinreich, würzig und gelingt einfach in der Pfanne oder im Ofen.
- Mais-Tortillas: Echte mexikanische Tortillas bestehen aus Masa Harina (nixtamalisiertem Maismehl). Achte darauf, dass sie nicht mit Weizen gemischt sind.
- Injera: Ein äthiopisches Fladenbrot aus Teffmehl (Zwerghirse). Es ist leicht gesäuert (fermentiert) und hat eine schwammartige, weiche Textur.
- Pappadam: Dünne, knusprige indische Fladen aus Linsen- oder Kichererbsenmehl.
- Dosa: Südindische Pfannkuchen aus fermentiertem Reis und Urdbohnen.
2. Selbstgebackenes Fladenbrot (Ersatz-Rezepturen)
Wenn du ein klassisches, fluffiges Fladenbrot (wie beim Döner oder zum Grillen) suchst, kannst du Weizenmehl durch glutenfreie Mischungen ersetzen. Da Gluten das "Klebereiweiß" ist, benötigt der Teig ein alternatives Bindemittel.
- Die Mehlmischung: Verwende eine universelle glutenfreie Backmischung („Brot“ oder „Mix B“) oder mische selbst: Reismehl, Maisstärke und Kartoffelmehl.
- Das Bindemittel (Essenziell!): Damit der Teig elastisch wird und nicht zerbröselt, musst du Flohsamenschalen (Psyllium) oder Xanthan hinzufügen. Flohsamenschalen (vorher in Wasser gequollen) geben dem Brot die typische "Kaugummi-Struktur" von echtem Brot.
- Buchweizen-Fladen: Buchweizenmehl ist von Natur aus glutenfrei und nussig im Geschmack. Gemischt mit etwas Stärke und Joghurt ergibt es sehr saftige Fladen.
3. Schnelle Alternativen („Hacks“)
- Quinoa-Fladen: Eingeweichte Quinoa-Körner mit etwas Wasser und Salz im Mixer pürieren und wie Pfannkuchen ausbacken.
- Hafer-Fladen: Glutenfreie Haferflocken zu Mehl mahlen und mit Wasser/Joghurt mischen. (Nur zertifiziert glutenfreien Hafer verwenden!)
- Süßkartoffel-Fladen: Gekochte, zerdrückte Süßkartoffeln mit Mehl (z. B. Tapiokastärke oder Reismehl) zu einem Teig kneten und flach ausbacken.
4. Kaufbare Alternativen
Im Supermarkt oder Bioladen gibt es mittlerweile viele fertige Optionen:
- Schär, Bauckhof oder Alnatura: Diese Marken bieten oft "Naan", "Wraps" oder "Fladenbrote" auf Basis von Reis- und Maismehl an.
- Tipp: Diese Produkte schmecken oft etwas trocken direkt aus der Packung. Ganz wichtig: Vor dem Verzehr kurz mit etwas Wasser bestreichen und im Ofen oder Toaster aufbacken – das macht sie wieder weich und elastisch.
Zusammenfassung: Welches Mehl für welchen Zweck?
- Für den herzhaften Döner-Style: Eine helle glutenfreie Mehlmischung mit viel Flohsamenschalen.
- Für die schnelle Beilage: Kichererbsenmehl (Socca).
- Für Wraps: Maismehl oder fertige glutenfreie Tortillas.
- Für gesundheitsbewusste Genießer: Teff- oder Buchweizenmehl.
Wichtiger Hinweis beim Backen: Glutenfreier Teig ist meist klebriger und weniger formbar als Weizenteig. Arbeite mit feuchten Händen oder zwischen zwei Lagen Backpapier!