Warum lösen sich bei manchen Edelstahltöpfen die Griffe oder werden extrem heiß?
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Dass Griffe an Edelstahltöpfen locker werden oder heiß werden, liegt an einer Kombination aus physikalischen Gesetzen, der Konstruktionsweise und der Qualität des Topfes.
Hier sind die Hauptgründe für beide Probleme:
1. Warum lösen sich die Griffe?
Es gibt im Wesentlichen drei Arten, wie Griffe befestigt werden. Jede hat ihre Schwachstellen:
- Verschraubte Griffe: Dies ist die häufigste Ursache für Lockerungen. Durch das ständige Erhitzen und Abkühlen dehnt sich das Metall aus und zieht sich wieder zusammen (thermische Ausdehnung). Da sich die Schraube und der Topf oft minimal unterschiedlich ausdehnen, lockert sich das Gewinde mit der Zeit. Zudem können Vibrationen oder das Gewicht des Inhalts die Schraube langsam "herausdrehen".
- Punktgeschweißte Griffe: Hier werden die Griffe mit elektrischem Strom direkt auf den Topf "gepunktet". Wenn die Schweißpunkte qualitativ minderwertig sind oder der Topf extremen Temperaturschocks ausgesetzt wird (z. B. eiskaltes Wasser in den glühend heißen Topf), können diese Schweißstellen reißen.
- Genietete Griffe: Diese gelten als am stabilsten (wie im Profibereich). Aber auch Nieten können sich lockern, wenn das Material durch ständige Belastung "arbeitet" oder wenn die Nieten aus einem weicheren Material bestehen als der Topf selbst.
Zusätzlicher Faktor: Die Spülmaschine. Aggressive Reiniger können bei minderwertigen Töpfen die Verbindungsstellen korrodieren lassen oder Dichtungen/Unterlegscheiben bei Schraubverbindungen spröde machen.
2. Warum werden die Griffe extrem heiß?
Eigentlich ist Edelstahl ein relativ schlechter Wärmeleiter (verglichen mit Aluminium oder Kupfer), was für Griffe ideal ist. Dennoch werden sie oft heiß:
- Massive Griffe (Vollmaterial): Wenn der Griff aus einem dicken, massiven Stück Metall besteht, leitet er die Wärme zwar langsam, aber stetig vom Topfkorpus bis in den Griff. Einmal heiß, speichert er die Wärme auch sehr lange.
- Fehlende thermische Trennung: Bei günstigen Töpfen gibt es keine Unterbrechung des Wärmeflusses. Hochwertige Töpfe haben oft sogenannte "Kaltgriffe". Diese sind hohl oder haben eine spezielle Geometrie (z. B. Pufferzonen), die den Querschnitt verkleinert, durch den die Wärme fließen kann.
- Falsche Herdgröße / Gasflamme: Das ist der häufigste Anwenderfehler. Wenn die Herdplatte größer ist als der Topfboden oder die Flammen eines Gasherds an den Seiten des Topfes hochschlagen, steigen heiße Luft und Gase direkt zu den Griffen auf und erhitzen diese von außen.
- Aufsteigender Wasserdampf: Wenn der Deckel nicht richtig sitzt oder man den Topf leicht geöffnet lässt, zieht der heiße Wasserdampf oft genau an den Griffen vorbei und heizt sie massiv auf.
Tipps für den Kauf und Gebrauch:
- Hohlgriffe wählen: Achten Sie beim Kauf auf Griffe, die hohl sind oder eine deutliche Einkerbung/Verengung an der Kontaktstelle zum Topf haben. Diese unterbrechen den Wärmefluss.
- Genietet vs. Geschweißt: Profis bevorzugen oft genietete Griffe, da diese fast nie komplett abbrechen. Hochwertige Punktverschweißungen sind jedoch hygienischer, da sich kein Schmutz in den Nietköpfen sammeln kann.
- Die richtige Zone: Stellen Sie den Topf immer auf eine passende Kochzone. Bei Gas: Die Flamme sollte niemals unter dem Boden hervorkommen.
- Schrauben nachziehen: Bei verschraubten Griffen hilft es, einmal im Jahr mit dem Schraubendreher kurz nachzuprüfen, bevor der Griff gefährlich wackelt.
- Qualitätsmerkmale: Markenfirmen werben oft mit Begriffen wie "Cool+" oder "Stay Cool". Diese Versprechen werden meist durch Silikon-Einsätze oder spezielle Konstruktionen gehalten, die den Griff vom heißen Topf thermisch isolieren.