Warum lässt sich ein Dübel nicht vollständig in das gebohrte Loch einschlagen?
Dass sich ein Dübel nicht vollständig in das Bohrloch einschlagen lässt, ist ein häufiges Problem beim Heimwerken. Das hat meist einen der folgenden Gründe:
1. Das Loch ist nicht tief genug gebohrt
Dies ist die häufigste Ursache. Ein Bohrloch muss immer etwas tiefer sein als der Dübel lang ist.
- Faustformel: Dübellänge + 10 mm = Bohrlochtiefe.
- Grund: Die Spitze des Dübels oder die Schraube, die später eingedreht wird, benötigt am Ende etwas Spielraum. Außerdem sammelt sich oft noch Reststaub am Boden des Lochs.
2. Zu viel Bohrmehl im Loch
Beim Bohren entsteht feiner Staub (Bohrmehl). Wenn dieser nicht aus dem Loch entfernt wird, schiebt der Dübel das Mehl beim Einschlagen vor sich her. Das Mehl wird am Ende des Lochs so stark komprimiert, dass es steinhart wird und den restlichen Weg blockiert.
- Lösung: Das Loch nach dem Bohren aussaugen oder mit einem speziellen Ausbläser (oder einem Strohhalm – Augen schützen!) reinigen. Den Bohrer beim Bohren zwischendurch immer mal wieder herausziehen, um das Mehl nach außen zu befördern.
3. Der Bohrdurchmesser ist zu klein
Wenn du z. B. einen 8er Dübel hast, aber nur einen 7er oder einen sehr abgenutzten 8er Bohrer verwendet hast, ist der Widerstand zu groß.
- Problem: Ein abgenutzter Steinbohrer verliert an den Flanken an Breite. Er bohrt dann ein Loch, das minimal schmaler ist als angegeben.
- Lösung: Prüfen, ob Bohrer und Dübel die gleiche Zahl (Größe) haben.
4. Ein Hindernis im Material
Du könntest auf ein Hindernis gestoßen sein, das der Bohrer nicht durchdringen konnte:
- In Beton: Du bist auf einen Bewehrungsstahl (Armierungseisen) gestoßen. Ein normaler Steinbohrer kommt hier nicht weiter.
- In Mauerwerk: Du hast einen besonders harten Klinker oder Naturstein getroffen.
- Lösung: Wenn möglich, ein neues Loch mit etwas Abstand bohren oder (bei Stahl) einen speziellen Metall-/Armierungsbohrer verwenden.
5. Schief gebohrt
Wenn das Loch nicht rechtwinklig zur Wand gebohrt wurde, verkantet der Dübel an den Seitenwänden, bevor er ganz drin ist. Das passiert besonders oft bei weichen Baustoffen oder wenn man freihändig bohrt.
Was kannst du jetzt tun?
- Dübel wieder rausziehen: Drehe eine Schraube zwei bis drei Windungen mit der Hand in den Dübel und ziehe ihn vorsichtig mit einer Zange heraus.
- Nachbohren: Markiere die benötigte Tiefe (Dübellänge + 1 cm) mit einem Stück Klebeband auf deinem Bohrer. Bohre das Loch nach und achte darauf, das Mehl herauszuziehen.
- Säubern: Saug das Loch gründlich aus.
- Dübel kürzen (Notlösung): Falls nur 2-3 mm fehlen und das Objekt, das du befestigen willst, keine schwere Last tragen muss, kannst du den Kragen des Dübels vorsichtig mit einem Cuttermesser abschneiden. Achtung: Das beeinträchtigt die Haltekraft!
Profi-Tipp: Wenn der Dübel feststeckt und oben herausschaut, schneide ihn nicht einfach bündig zur Wand ab, ohne das Loch tiefer zu machen. Die Schraube wird den Dübel sonst nicht richtig spreizen können und die Verbindung hält nicht.