Was kann man tun, wenn der Dübel sich im Bohrloch mitdreht?

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Wenn sich ein Dübel im Bohrloch mitdreht, ist das meist ein Zeichen dafür, dass das Loch entweder zu groß geraten oder der Untergrund (z. B. altes Mauerwerk) zu porös ist.

Hier sind die besten Tipps, unterteilt nach „Hausmitteln“ und „Profi-Lösungen“:

1. Die schnellen Hausmittel (Soforthilfe)

Diese Tricks funktionieren gut bei leichten bis mittelschweren Lasten (Bilder, kleine Regale):

  • Streichhölzer oder Zahnstocher: Stecke ein oder zwei Streichhölzer (ohne den Zündkopf!) oder Zahnstocher seitlich zwischen Dübel und Bohrlochwand. Wenn du die Schraube eindrehst, verkeilen die Hölzchen den Dübel im Loch.
  • Kabelbinder: Schiebe einen oder zwei dünne Kabelbinder mit in das Loch, bevor du die Schraube eindrehst. Das Plastik füllt den Hohlraum auf und gibt dem Dübel Grip.
  • Gips oder Spachtelmasse: Wenn das Loch deutlich zu groß ist, fülle es mit schnelltrocknender Spachtelmasse oder Gips, drücke den Dübel hinein und lass es vollständig aushärten, bevor du die Schraube eindrehst.
  • Heißkleber: Spritze etwas Heißkleber ins Loch und schiebe den Dübel sofort hinterher. Kurz warten, bis der Kleber fest ist.

2. Die fachgerechten Lösungen

Wenn es wirklich halten muss (Hängeschränke, schwere Regale), solltest du zu diesen Methoden greifen:

  • Größerer Dübel: Wenn das Loch für einen 6er-Dübel zu groß ist, bohre es vorsichtig auf 8 mm auf und nutze einen 8er-Dübel mit der entsprechenden Schraube.
  • Flüssigdübel / Reparatur-Set: Im Baumarkt gibt es spezielle „Flüssigdübel“ (z. B. von Fischer). Das ist eine Zwei-Komponenten-Masse, die ins Loch gespritzt wird. Man kann den Dübel direkt hineinstecken, und nach wenigen Minuten ist die Masse steinhart.
  • Dübel-Reparaturvlies: Das sind mit Spezialmörtel beschichtete Vliespads. Man feuchtet sie an, wickelt sie um den Dübel und schiebt ihn ins Loch. Nach kurzer Zeit ist der Dübel fest mit der Wand verbunden.
  • UX-Dübel (Allzweckdübel): Falls du Standard-Spreizdübel verwendest, versuch es mit einem hochwertigen Allesfresser-Dübel (z. B. Fischer UX). Diese verknoten sich im Hohlraum oder in porösen Wänden und bieten oft besseren Halt als einfache Dübel.

3. Was man vermeiden sollte

  • Größere Schraube in zu kleinen Dübel: Das spreizt den Dübel zwar mehr, führt aber oft dazu, dass der Dübel platzt oder die Schraube das Plastik des Dübels einfach „auffrisst“, ohne halt zu finden.
  • Klebeband um den Dübel wickeln: Das hält meistens nicht gut, da die Oberfläche des Klebebands zu glatt ist und der Dübel trotzdem mitrutscht.

Profi-Tipp zur Vermeidung:

Damit das Loch erst gar nicht zu groß wird, beim Bohren in weichem Stein (Ytong, alter Ziegel) oder Gips ohne Schlag bohren. Der Schlag zerbröselt das Material oft so stark, dass das Loch unkontrolliert ausschlägt.

Sicherheitshinweis: Wenn es um sehr schwere Lasten über Kopf geht (z. B. schwere Deckenlampen), solltest du bei einem mitdrehenden Dübel keine Kompromisse eingehen und im Zweifel ein neues Loch bohren oder chemische Anker verwenden.