Warum lässt sich die Schnittstärke an der Aufschnittmaschine nicht mehr präzise regulieren?

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Wenn sich die Schnittstärke an einer Aufschnittmaschine nicht mehr präzise regulieren lässt, kann das verschiedene Ursachen haben – von einfacher Verschmutzung bis hin zu mechanischem Verschleiß.

Hier sind die häufigsten Gründe und Lösungsansätze:

1. Verschmutzung und verharztes Fett (Häufigste Ursache)

Im Inneren der Maschine befinden sich Gleitschienen, Gewindestangen oder Kurvenscheiben, die die Anschlagplatte (das Teil, gegen das das Schneidgut drückt) bewegen.

  • Das Problem: Mit der Zeit dringen Fleischsaft, Fettreste oder Reinigungsmittel in die Mechanik ein. Das Schmiermittel verharzt oder wird klebrig.
  • Folge: Die Platte bewegt sich nicht mehr flüssig, sondern ruckartig oder bleibt hängen. Die Einstellung am Drehknopf überträgt sich nicht mehr 1:1 auf die Platte.
  • Lösung: Die Maschine (sofern möglich) öffnen oder die Anschlagplatte ganz ausfahren und die beweglichen Teile mit einem lebensmittelechten Spezialfett (H1-Schmiermittel) neu schmieren.

2. Spiel in der Mechanik (Verschleiß)

Die Verbindung zwischen dem Drehknopf und der Anschlagplatte besteht oft aus einem Gewinde oder einem Hebelmechanismus.

  • Das Problem: Durch jahrelangen Gebrauch nutzen sich die Gewindegänge ab, oder Schrauben lockern sich.
  • Folge: Es entsteht „totem Gang“ (Spiel). Man dreht am Knopf, aber die Platte bewegt sich erst nach einer halben Umdrehung oder wackelt während des Schneidevorgangs.
  • Lösung: Prüfen, ob Befestigungsschrauben am Einstellmechanismus locker sind. Bei starkem Verschleiß müssen Bauteile wie die Gewindestange oder die Führungsmutter ausgetauscht werden.

3. Verbiegung der Anschlagplatte

  • Das Problem: Wenn die Maschine einmal hart gestoßen wurde oder die Platte mit zu viel Kraft (z. B. beim Reinigen) weggedrückt wurde, kann sie sich leicht verbiegen.
  • Folge: Die Platte steht nicht mehr exakt parallel zum Messer. Selbst wenn man 2 mm einstellt, ist die Scheibe oben dicker als unten.
  • Lösung: Prüfung der Parallelität. Oft hilft hier nur der Austausch der Anschlagplatte oder eine fachmännische Justierung.

4. Lockeres oder abgenutztes Messer

Manchmal liegt das Problem gar nicht an der Verstellung selbst, sondern am Messer.

  • Das Problem: Wenn das Messer stumpf ist oder Spiel in der Lagerung hat, „weicht“ es beim Schneiden aus.
  • Folge: Das Ergebnis ist ungleichmäßig, was oft als Defekt der Schnittstärkenregulierung missinterpretiert wird.
  • Lösung: Messer schleifen oder auf festen Sitz prüfen.

5. Defekt am Drehknopf selbst

  • Das Problem: Bei vielen Maschinen ist der Drehknopf aus Kunststoff und auf einer Metallachse befestigt. Der Kunststoff im Inneren des Knopfes kann ausschlagen oder reißen.
  • Folge: Der Knopf dreht sich auf der Achse, ohne die Mechanik im Inneren vollständig mitzunehmen.
  • Lösung: Knopf abziehen und prüfen, ob die Aufnahme (meist ein D-Profil oder eine Kerbe) noch intakt ist.

Was können Sie tun?

  1. Gründliche Reinigung: Versuchen Sie, so weit wie möglich hinter die Anschlagplatte zu schauen und Reste zu entfernen.
  2. Schmierung: Verwenden Sie ausschließlich lebensmittelechtes Silikonfett oder Vaseline. Benutzen Sie niemals Speiseöl (dieses verharzt extrem schnell und macht das Problem schlimmer!).
  3. Sichtprüfung: Wackeln Sie bei ausgeschalteter Maschine an der Anschlagplatte. Wenn sie sich mehr als 1 mm hin- und herbewegen lässt, ohne dass sich der Drehknopf bewegt, ist die Mechanik ausgeschlagen.

Sicherheitshinweis: Trennen Sie die Maschine unbedingt vom Stromnetz, bevor Sie Verkleidungen entfernen oder die Mechanik nahe dem Messer prüfen! Wenn es sich um eine hochwertige Profi-Maschine (z. B. Bizerba, Graef Profi, Ade) handelt, lohnt sich oft eine Wartung durch einen Techniker.