Warum können Mobilfunkstrahlen (LTE/5G) den Empfang über ein schlecht isoliertes Antennenkabel stören?
Dass Mobilfunkstrahlen (LTE und 5G) den Fernsehempfang oder das Kabelinternet stören können, liegt an einer Kombination aus physikalischen Prinzipien und der Art und Weise, wie unsere Infrastruktur aufgebaut ist.
Hier sind die Hauptgründe, warum ein schlecht isoliertes Antennenkabel (Koaxialkabel) zum Problem wird:
1. Frequenzüberschneidungen (Der Hauptgrund)
Sowohl der Mobilfunk als auch das Kabelfernsehen (DVB-C) oder das terrestrische Fernsehen (DVB-T2) nutzen elektromagnetische Wellen zur Übertragung. Das Problem ist, dass bestimmte Mobilfunkfrequenzen in genau denselben Bereichen liegen wie die TV-Signale.
- LTE (800-MHz-Band): Dieser Bereich wurde früher für das analoge Fernsehen genutzt (die sogenannte „Digitale Dividende“). Heute senden dort LTE-Masten.
- 5G (700-MHz-Band): Auch dieser Bereich wurde früher für TV genutzt und ist nun für den Mobilfunk reserviert.
- Kabel-TV: Im Kabelnetz werden viele Sender auf Frequenzen zwischen 400 und 800 MHz übertragen.
Wenn nun ein Mobilfunkmast oder ein Handy in der Nähe auf der gleichen Frequenz sendet, auf der ein TV-Sender im Kabel übertragen wird, kommt es zum Konflikt.
2. Das Kabel wirkt als Antenne
Ein Koaxialkabel ist so konstruiert, dass das Signal im Inneren (am Innenleiter) fließen soll, während das Metallgeflecht außen (die Abschirmung) das Signal vor äußeren Einflüssen schützt.
Ist diese Abschirmung minderwertig, beschädigt oder schlecht angeschlossen (z. B. billige Stecker), verliert das Kabel seine Schutzfunktion. Es wirkt dann wie eine Empfangsantenne. Die Mobilfunkwellen von außen dringen in das Kabel ein und „mischen“ sich unter das eigentliche TV-Signal.
3. Signalüberlagerung (Interferenz)
Da das Mobilfunksignal auf derselben Frequenz wie das TV-Signal „funkt“, kann der Receiver (TV oder Kabelbox) die beiden Signale nicht mehr voneinander unterscheiden.
- Das Mobilfunksignal wirkt wie ein lautes Störgeräusch (Rauschen).
- Die digitalen Datenpakete des TV-Signals werden unlesbar.
- Folge: Das Bild verpixelt („Klötzchenbildung“), der Ton knackt oder das Signal fällt komplett aus.
4. Hohe Sendeleistung vs. schwaches Kabelsignal
Mobilfunkmasten senden oft mit hoher Leistung, um große Gebiete abzudecken. Auch ein Smartphone direkt neben einem schlecht abgeschirmten Kabel kann beim Senden (z. B. beim Downloaden oder Telefonieren) eine sehr hohe kurzzeitige Strahlungsintensität aufweisen.
Im Vergleich dazu ist das Signal innerhalb eines Antennenkabels relativ schwach. Das „laute“ Mobilfunksignal übertönt das „leise“ TV-Signal im Kabel mühelos, wenn die Isolierung fehlt.
Schwachstellen am Kabel: Wo tritt das Problem auf?
Meistens ist nicht das verlegte Kabel in der Wand das Problem, sondern:
- Die Anschlusskabel: Billige, dünne Kabel zwischen Wanddose und Fernseher.
- Die Stecker: Plastikstecker bieten fast keinen Schutz gegen Einstrahlung. Hochwertige Stecker aus Metall sind komplett geschlossen.
- Minderwertige Schirmung: Ein gutes Kabel sollte ein Schirmungsmaß von mindestens 90 dB bis 120 dB haben und mehrfach abgeschirmt sein (Folie + Geflecht).
Zusammenfassung
Mobilfunk stört, weil er die gleichen „Luftstraßen“ (Frequenzen) nutzt wie das Fernsehen. Ein schlecht isoliertes Kabel lässt diese fremden Wellen hinein, wodurch das Originalsignal überlagert und zerstört wird. Abhilfe schaffen hier fast immer hochwertige, dreifach abgeschirmte Kabel mit Class-A-Zertifizierung und Vollmetallsteckern.