Warum kann der Wirkstoff Cumarin im enthaltenen Zimt gesundheitlich bedenklich sein?

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Cumarin ist ein natürlicher Aroma- und Duftstoff, der in vielen Pflanzen vorkommt. Die gesundheitlichen Bedenken im Zusammenhang mit Zimt beziehen sich primär auf die potenzielle Schädigung der Leber.

Hier sind die Details, warum Cumarin problematisch sein kann und worauf man achten sollte:

1. Lebertoxizität (Hauptgrund)

Bei empfindlichen Personen kann eine übermäßige Aufnahme von Cumarin zu Leberschäden führen. Dies äußert sich in einer Erhöhung der Leberenzymwerte im Blut, in schweren Fällen kann es zu einer Leberentzündung (Hepatitis) und Gelbsucht kommen.

  • Gute Nachricht: Diese Schäden sind in der Regel reversibel. Wenn die Cumarin-Zufuhr gestoppt wird, erholen sich die Leberwerte meist innerhalb weniger Wochen.

2. Risikogruppe Kinder

Da Grenzwerte für Schadstoffe oft auf das Körpergewicht bezogen werden, sind Kinder besonders gefährdet. Ein kleines Kind (ca. 15 kg) erreicht die tolerierbare Tagesdosis (TDI) bereits mit sehr geringen Mengen an zimthaltigen Lebensmitteln (z. B. 2-3 Zimtsterne oder eine Portion Milchreis mit viel Cassia-Zimt).

3. Der Unterschied zwischen den Zimtsorten

Das Hauptproblem ist nicht „der Zimt“ an sich, sondern die Sorte:

  • Cassia-Zimt (Chinesischer Zimt): Er ist preisgünstig und wird meist in der Lebensmittelindustrie (Backwaren, Fertigprodukte) verwendet. Er enthält hohe Mengen an Cumarin.
  • Ceylon-Zimt (Echter Zimt): Er ist hochwertiger und teurer. Er enthält nur winzige, gesundheitlich unbedenkliche Mengen an Cumarin.

4. Grenzwerte und Empfehlungen

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat einen TDI-Wert (Tolerable Daily Intake) festgelegt:

  • 0,1 mg Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht können lebenslang täglich aufgenommen werden, ohne dass ein Gesundheitsrisiko besteht.
  • Bei einer kurzfristigen Überschreitung (z. B. in der Weihnachtszeit) besteht für gesunde Erwachsene meist keine Gefahr, solange es nicht zum Dauerzustand wird.

5. Krebsverdacht?

In der Vergangenheit gab es aufgrund von Tierversuchen (an Ratten und Mäusen) den Verdacht, dass Cumarin krebserregend sein könnte. Nach aktuellem wissenschaftlichem Stand (u.a. Bundesinstitut für Risikobewertung - BfR) gilt Cumarin für den Menschen bei Einhaltung der Grenzwerte jedoch nicht als krebserregend. Die Leber steht als Zielorgan klar im Vordergrund.

Tipps für den Alltag:

  1. Zuhause Ceylon-Zimt verwenden: Achten Sie beim Kauf von Zimtpulver auf die Bezeichnung „Ceylon-Zimt“. Steht nur „Zimt“ auf der Packung, handelt es sich meist um den cumarinreichen Cassia-Zimt.
  2. Maß halten bei Fertigprodukten: Vor allem in der Weihnachtszeit sollten Sie darauf achten, dass Kinder nicht übermäßig viele zimthaltige Fertiggebäcke konsumieren.
  3. Zimtstangen erkennen: Cassia-Zimtstangen bestehen aus einer dicken, eingerollten Rinde. Ceylon-Zimtstangen ähneln im Querschnitt eher einer aufgerollten Zigarre mit vielen dünnen Schichten.

Fazit: Cumarin ist in normalen Mengen für gesunde Erwachsene meist unproblematisch. Wer jedoch viel Zimt konsumiert (z.B. als Nahrungsergänzung oder tägliches Gewürz), sollte unbedingt auf die Sorte Ceylon-Zimt umsteigen, um die Leber zu schonen.

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