Warum ist herkömmlicher Lebkuchen für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit problematisch?
Herkömmlicher Lebkuchen ist für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie oder Glutensensitivität) aus mehreren Gründen problematisch. Die Hauptursachen liegen in den verwendeten Grundzutaten und der traditionellen Herstellungsweise:
1. Das verwendete Mehl
In den meisten klassischen Lebkuchenrezepten ist Mehl eine zentrale Zutat.
- Weizen-, Roggen- oder Dinkelmehl: Diese Getreidesorten enthalten das Klebereiweiß Gluten. Besonders in einfachen „braunen Lebkuchen“ ist der Mehlanteil oft sehr hoch.
- Bindefunktion: Gluten sorgt dafür, dass der Teig elastisch bleibt und beim Backen zusammenhält. Da Lebkuchenteige oft lange ruhen müssen, spielt die Struktur des Mehls eine wichtige Rolle für die Konsistenz.
2. Die Oblate
Dies ist eine der größten „Gefahrenquellen“, die oft übersehen wird:
- Die dünne, weiße Unterlage (Oblate), auf der viele Lebkuchen (wie Elisenlebkuchen) gebacken werden, besteht fast immer aus Weizenmehl und Stärke.
- Selbst wenn der Lebkuchenteig selbst theoretisch wenig Mehl enthält (wie beim hochwertigen Elisenlebkuchen), macht die weizenhaltige Oblate das gesamte Produkt für Menschen mit Glutenunverträglichkeit unverträglich.
3. Verstecktes Gluten in Zusatzstoffen
In industriell hergestellten Lebkuchen können Inhaltsstoffe enthalten sein, die auf den ersten Blick nicht nach Getreide aussehen:
- Gerstenmalzextrakt: Wird oft zur Färbung oder Geschmacksverbesserung eingesetzt und enthält Gluten.
- Aromen oder Verdickungsmittel: In seltenen Fällen können Trägerstoffe für Aromen glutenhaltig sein.
4. Kontamination in der Produktion
Selbst wenn ein Lebkuchen ohne direktes Mehl im Rezept hergestellt wird (z. B. nur aus Nüssen und Honig), besteht in herkömmlichen Backstuben oder Fabriken ein hohes Risiko für Kreuzkontamination. Mehlstaub in der Luft oder gemeinsam genutzte Backbleche und Maschinen können Spuren von Gluten auf eigentlich glutenfreie Zutaten übertragen.
Besonderheit: Elisenlebkuchen
Elisenlebkuchen gelten als die hochwertigsten Lebkuchen. Die Leitsätze für feine Backwaren schreiben vor, dass sie zu mindestens 25 % aus Ölsamen (Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln) bestehen müssen und maximal 10 % Getreidemehl enthalten dürfen.
- Das Problem: Auch wenn der Mehlanteil im Teig sehr gering ist, reicht diese Menge für Menschen mit Zöliakie bereits aus, um schwere gesundheitliche Probleme zu verursachen. Zudem bleibt auch hier das Problem der weizenhaltigen Oblate bestehen.
Was sind die Alternativen?
Mittlerweile gibt es für Betroffene sichere Alternativen:
- Glutenfreie Lebkuchen: Diese werden mit Ersatzmehlen (wie Reis-, Mais- oder Buchweizenmehl) gebacken.
- Glutenfreie Oblaten: Es gibt spezielle Oblaten auf Basis von Maisstärke oder Kartoffelstärke.
- Kennzeichnung: Betroffene sollten auf das Symbol der durchgestrichenen Ähre achten oder explizit als „glutenfrei“ deklarierte Produkte kaufen.